Comic | Raina Telgemeier: Smile Die Comiczeichnerin Raina Telgemeier ist in ihren jungen Jahren einmal gehörig auf die Schnauze gefallen. In ihrem autobiographischen Comic Smile erzählt sie davon, wie sie sich bei einem Sturz die Zähne demoliert und deswegen, wie es scheint, den Großteil ihrer Jugend beim Zahnarzt verbracht hat. Ist das eine Graphic Novel wert? STEFANIE HÄB hat sich die preisgekrönten Memoiren genauer angesehen.
Comic | Supiot/Beuzelin: Der Narwal Der zynische Profitaucher Robert Narwal schwimmt, schnorchelt, prügelt und meckert sich durch ein Comicalbum voller Abenteuer – oder durch Geschichten, die eines bilden: einen Comic, der trotz vieler Qualitäten von Liebhabern des frankobelgischen Abenteuercomics mit Vorsicht zu genießen ist. BORIS KUNZ ist ein solcher.
Comic | Kirkman/Howard: Super Dinosaur Es gibt Charaktere, die können alles, wissen alles und schweben ungefähr drei Meter über dem Rest der normalsterblichen Masse. Sherlock Holmes ist einer dieser teilweise unerträglichen Alleskönner, und Derek Dynamo ist der neueste Spross dieses modernen Archetyps: Er ist zehn, Genie und hat einen intelligenten T-Rex in einer Kampfrüstung als Freund, mit dem er schurkischen Dinosauriern und anderen bösen Buben aufs Maul gibt. PETER KLEMENT bittet anhand von Super Dinosaur zu einer Reise in die Welt der Tropen.
Comic | Meter/Raidt: Böse Geister Billige Gruselcomics sind nicht totzukriegen. Immer wieder strecken sie ihre untoten Finger aus den Grüften der 50er, 70er und 80er Jahre in unsere Gegenwart und bringen neue Comicreihen wie Malcom Max hervor – oder die wehmütige, nostalgische Reminiszenz Böse Geister von Peer Meter und Gerda Raidt. Letztere ist eine Milieustudie deutscher Nachkriegsbefindlichkeit im Gewand einer kleinen modernen Gruselgeschichte. BORIS KUNZ hat sich mit den Geistern der Vergangenheit auseinandergesetzt.
Comic | Paul Levitz: The Silver Age of DC Comics ANDREAS ALT über den zweiten Band der Taschen-Reihe zur Geschichte von DC, der sich mit der wohl spannendsten Phase der Superheldenentwicklung, dem »Silver Age« der 1960er Jahre, beschäftigt.
Comic | Zeina Abirached: Das Spiel der Schwalben Zeina Abirached blickt zurück in ihre Kindheit – und entwirft mit Das Spiel der Schwalben ein autobiographisches Kammerspiel, eingebettet in den Libanesischen Bürgerkrieg. Von CHRISTIAN NEUBERT
Comic | Jesse Jacobs: Hieran sollst du ihn erkennen + Max Baitinger: Heimdall Die großen Weltreligionen scheinen sich darüber einig zu sein, dass es keine gute Sache ist, wenn der Mensch sich Abbilder seines Gottes schafft. Dies führe, so heißt es, am Ende zu Bilderverehrung und Götzendienst. Zum Glück hat man sich bei Rotopolpress nicht an dieses Bilderverbot gehalten: mit Heimdall von Max Baitinger und Hieran sollst du ihn erkennen von Jesse Jacobs wurden gleich zwei Bände in das Verlagsprogramm genommen, die tatsächlich verehrungswürdige Bilder enthalten. Die abgebildeten Götter kommen in diesen allerdings nicht gerade gut weg. BORIS KUNZ hat
Comic | Niles/Templesmith: 30 DAYS OF NIGHT 1: Die Barrow-Trilogie Der heiße Gasball, der uns seit einigen Milliarden Jahren treue Dienste erweist, erfährt viel zu wenig Wertschätzung. Im Sommer wird geflucht, wenn er die Stadt in einen Glutofen verwandelt und im Winter wird gejammert, dass er doch endlich wieder scheinen soll. Steven Niles und Ben Templesmith haben mit 30 DAYS OF NIGHT eine 380 Seiten starke Anleitung zur Sonnenanbetung geschaffen. PETER KLEMENT über den Polarkreis, Vampire, Kafka, Remarque und phantasmagorische Bilder.
Comic | Ennis/Wolfer: Stitched Band 1: Die lebenden Toten Garth Ennis hat es wieder getan. Diesmal frönt er seiner dritten Leidenschaft nach Rachephantasien und Religionskritik: Soldatengeschichten. In Stitched lässt er eine Truppe ISAF-Soldaten in Afghanistan auf grausige Untote treffen. Was sich nach politisch unkorrektem, spaßigem Splatter anhört, ist zwar auch Splatter, nimmt sich dabei aber überraschend ernst und scheut jede Satire. BORIS KUNZ über einen Comic, über den man sich weder richtig freuen noch richtig aufregen kann.
Mana Neyestani: Ein iranischer Albtraum Berühmt ist der iranische Cartoonist Mana Neyestani eigentlich für scharfe, politische Karikaturen über Wahlfälschung und Terrorregimes. Die sind aber nicht der Grund, warum er jetzt in Frankreich im Asyl lebt. Schuld daran ist die Aufregung um eine kleine Gedankenlosigkeit in einer Kinderzeitschrift, die zu Aufständen und Toten führte. In seiner ersten Graphic Novel beschreibt Neyestani diese politische Farce, seinen Gefängnisaufenthalt und seine nervenaufreibende Suche nach Asyl – unter dem Titel Ein iranischer Albtraum. BORIS KUNZ hat sich auf diesen Trip begeben.

