Menschen | Zum Tod der Schriftstellerin Ilse Aichinger »Ich wollte nie Schriftstellerin werden. Ich wollte Ärztin werden, das ist gescheitert an meiner Ungeschicklichkeit. Ich wollte zunächst eigentlich nur einen Bericht über die Kriegszeit schreiben. An ein Buch habe ich gar nicht gedacht, ich wollte nur alles so genau wie möglich festhalten. Als das Buch ›Die größere Hoffnung‹ dann bei Fischer erschienen ist, stand noch immer viel zuviel drin. Ich wollte am liebsten alles in einem Satz sagen, nicht in zwanzig«, erklärte die Schriftstellerin Ilse Aichinger Mitte der 1990er Jahre in einem Interview mit der Wochenzeitung ›Die Zeit‹. Von PETER MOHR
Menschen | Chuck Berry zum 90. Geburtstag Chuck Berry, seines Zeichens lebende Legende des Rock ’n‘ Roll, wurde gerade 90 Jahre alt. Für 2017 ist nach langer Zeit die Veröffentlichung eines neuen Albums mit dem Titel ›Chuck‹ angekündigt. Von TINA KAROLINA STAUNER
Film | Porträt | ›Haymatloz. Exil in der Türkei‹. Interview von Sabine Matthes mit Eren Önsöz und Enver Hirsch Heute startet der Film ›Haymatloz. Exil in der Türkei‹ in den Kinos. Er ist ein wunderbar kaleidoskopischer Film und zeigt ein unbekanntes Kapitel deutsch-jüdisch-türkischer Geschichte in schillernden Facetten. Nostalgisch, leichtfüßig und charmant, durchweht vom silbrigen Licht und der Gischt des Bosporus, provoziert er einen raffinierten Perspektivwechsel. Mit hochaktuellen Fragen für Deutsche und Türken. Von SABINE MATTHES
Musik | Ottar Gadeholt über die mythologische Seite von Guns N’Roses (Teil IV) Die erste – und vielleicht überraschendste – Abweichung der Guns N‘Roses vom Rockmythos, war, dass Izzy Stradlin abgesprungen ist. Indem er sich immer mehr für die Musik und die Attitüde interessierte als für das Geld, und indem seine Ästhetik weit mehr von den 1969er Rolling Stones (!) geprägt war als von den Stadion-Rock-Idealen seiner eigenen Zeit, hörte er auf, als Axl Rose das Video für ›Don’t Cry‹ durchsetzte, das erste der drei megalomanen Musikvideos (mit ›November Rain‹ und ›Estranged)‹, die die ›Use-Your-Illusion‹-Alben Anfang der neunziger Jahre begleitete.
Menschen | Zum 70. Geburtstag von Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek am 20. Oktober »Das Schreiben ist bei mir ein leidenschaftlicher Akt, eine Art Rage. Ich bin nicht jemand, der wie Thomas Mann an jedem Satz feilt, sondern ich fetz halt herum. Das geht zwei, drei Stunden, dann falle ich zusammen wie ein Soufflé, in das man mit einer Nadel sticht«, hat Elfriede Jelinek in einem Interview mit der Schweizer Weltwoche erklärt. An Leidenschaft, Elan, Bissigkeit und künstlerischem Furor hat es in Jelineks Werken nie gemangelt. Als ihr 2004 der Nobelpreis für Literatur verliehen wurde, war dies eine faustdicke Überraschung. Einen »Skandal«
Music | Bittles’ Magazine: The music column from the end of the world When I first heard the Somber Clarity EP by AntiAlias, the very first release on new Berlin based label Schakal Records, it felt as if I had discovered a brand new friend. Deeply hypnotic, trance-tinged, sexy and propulsive it leapt right out of the speakers and into my heart. Backed up by a long, percussive remix by Midas 104 & Jonas Saalbach, the record seemed to make June 2015 a great time to be alive. By JOHN BITTLES
Music | Bittles’ Magazine: The music column from the end of the world With the world today seemingly dominated by the stale and the dull we need our musical mavericks more than ever! Since musicians who are prepared to take chances are rarer than a politician who would refuse a bribe, those who ignore structure, sneer at genre, or confound as much as delight deserve to be cherished by all. One such artist is new Tri Angle Records signing Katie Gately whose debut LP, Color, will act as a soothing balm to anyone tired and angry with the lack of
Menschen | Zum Tod des Nobelpreisträgers Dario Fo Als »Wettstreit zweier Berufskomiker« hatte Dario Fo sein höchst angespanntes Verhältnis zum einstigen italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi bezeichnet. Mit seiner 2003 uraufgeführten Bühnenarbeit ›Der anormale Doppelkopf‹ – ein mehr als zweistündiges Zweipersonenstück, das er mit seiner Frau Franca Rame spielte – hatte er in Italien ein gigantisches mediales Echo entfacht, weil er darin Putins Hirn in Berlusconis Kopf verpflanzt hatte. Von PETER MOHR
Musik | Ottar Gadeholt über die mythologische Seite von Guns N’Roses (Teil III) Der vormals zitierte Text über Guns N’Roses ist nicht primär wegen des Inhalts interessant; als Zermetzelung ist er weder kreativ noch besonders hart, und wie gezeigt beruht er auf einen Vergleich und einer ästhetischen Beurteilung, die schlecht begründet und ungenau formuliert sind; was ihn interessant macht ist der Autor, Barney Hoskyns.
Musik | Ottar Gadeholt über die mythologische Seite von Guns N’Roses (Teil II) Der Beginn von ›Welcome to the Jungle‹ ist zu recht berühmt: der zerhackte Einzelton, der mehrmals wiederholt und dabei stets schwächer wird, wie ein Schritt, der zwischen den Hausmauern hallt; ein neuer Versuch, etwas stärker und sicherer, und daraufhin eine Kaskade fallender Töne, jedoch mit dem ersten Einzelton als Beginn jeder Folge (Laut eines Gitarrenbuchs, das ich mal gekauft habe, werden die Folgen mit einer Echopedale gespielt, wenn man aber ein wenig geübt hat, ist es vollkommen möglich, wenn auch nicht ganz einfach, sie auch ohne zu

