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Geschichte - page 3

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Family Values zwischen Hunnen und »the Colonies«

Menschen | Susanne Kippenberger: Das rote Schaf der Familie

In England waren sie in den 1920er und frühen 1930er Jahren das, was heute It-Girls sind: Die Mitford-Schwestern. Bei uns hat man eventuell Romane von Nancy gelesen oder mal gehört von dieser anderen mit dem komischen Namen Unity und dem Faible für Hitler. Aber Jessica? Dabei nennt Joanne K. Rowling sie ihr großes Vorbild. An ihrem Sterbebett saß Maya Angelou, die schwarze Dichterin, die Clintons Inauguration besingen durfte, und nach ihrem Tod 1996 gab es gleich zwei Trauerfeiern, eine britische und eine US-amerikanische. Seit 2013 kann man endlich etwas von ihr selbst auf Deutsch lesen, ›Hunnen und Rebellen‹ (Berenberg-Verlag, übersetzt von Joachim Kalka), und jetzt ist Susanne Kippenbergers pralle biographische Erzählung ›Das rote Schaf der Familie. Jessica Mitford und ihre Schwestern‹ erschienen. Wird Zeit, sie kennenzulernen! Von PIEKE BIERMANN  

Jack El-Hai: Der Nazi und der Psychiater
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Auf der Suche nach der »Nazi-Persönlichkeit«

Menschen | Jack El-Hai: Der Nazi und der Psychiater

Autorenglück ist, wenn sich eine heiße Story als Matrjoschka entpuppt, aus der während der Recherchen eine zweite, mindestens genauso heiße Story kullert. So ging es dem US-amerikanischen Journalisten Jack El-Hai bei den Vorarbeiten zu seinem Buch über Walter Freeman, ›The Lobotomist‹ (2005). Der Psychiater und Neurologe Freeman hatte der Lobotomie als Mittel gegen psychische und sonstige Störungen zur Popularität verholfen und sich nebenbei für von eigener Hand gestorbene Kollegen interessiert. Insbesondere für einen: Douglas Kelley, heute nur noch Fachkreisen geläufig, aber um die Mitte des letzten Jahrhunderts ein Star. El-Hai horchte auf, nicht so sehr wegen der Tatsache, dass sich ein Psychiater selbst getötet hatte. Es war der modus operandi dieses Suizids, der ihn reizte. Von PIEKE BIERMANN  

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Historische Arbeit mit Gegenwartsbezug

Kulturbuch | Dierk Walter: Organisierte Gewalt in der europäischen Expansion

Dierk Walter mischt die Vergangenheit auf und man kann dem so gar nichts entgegenhalten. Europa als Friedensmacht? Die Freie Welt als Vorbild? Nein, kommt nicht vor. Dierk Walter widmet sich der »politischen, wirtschaftlichen und militärischen Machtprojektion«, ausgehend vom »kapitalistischen Zentralstaat der westlichen Moderne«. Von WOLF SENFF  

Joel F. Harrington: Die Ehre des Scharfrichters
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Im Kopf des Henkers

Menschen | Joel F. Harrington: Die Ehre des Scharfrichters

Gleich, wie sie heißen, Scharfrichter, Henker, Folterer, in unseren Köpfen entsteht eine bestimmte Vorstellung. Eine düstere Gestalt, das Gesicht oft hinter einer schwarzen Maske versteckt, die im Namen einer unheimlichen Macht eines barbarischen Zeitalters Menschen sinnlos Schreckliches antut. Unsere Vorstellung und die Realität eines Scharfrichterlebens in der frühen Neuzeit aber unterscheiden sich deutlich voneinander. Der US-amerikanische Historiker Joel F. Harrington ist für sein Buch ›Die Ehre des Scharfrichters‹ sozusagen in den Kopf eines Henkers im späten 16. Jahrhundert geschlüpft und kann Überraschendes berichten. Von MAGALI HEISSLER 

Christiane Fritsche: Ausgeplündert, zurückerstattet und entschädigt
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Irgendwo und überall in Deutschland

Gesellschaft | Christiane Fritsche: Ausgeplündert, zurückerstattet und entschädigt / Christiane Fritsche: »Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus«

Lange vor dem Massenmord an den europäischen Juden setzten die Nationalsozialisten ein anderes Programm in die Tat um: die Verdrängung der deutschen Juden aus dem Wirtschaftsleben. Was das im Einzelnen für Geschädigte wie für die vielen Nutznießer bedeutete, können nur Lokalstudien belegen. Die beiden von Christiane Fritsche erarbeiteten Bücher zur Arisierung in Mannheim sind hervorragende Beispiele dafür.
Von PETER BLASTENBREI 

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Der Anwalt der Schwachen

Kurzprosa | Erich Hackl: Dieses Buch gehört meiner Mutter | Drei tränenlose Geschichten

Es gibt zwei neue Bücher des Schriftstellers Erich Hackl: ›Dieses Buch gehört meiner Mutter‹ und ›Drei tränenlose Geschichten‹ sind beide im Schweizer Diogenes Verlag veröffentlicht. Von PETER MOHR  

Henry F. Urban: Die Entdeckung Berlins
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Küsse tauschen

Kulturbuch | Henry F. Urban: Die Entdeckung Berlins

Für die einen ist Berlin das Letzte, ein charakterloses Gemisch, für andere ein freiheitlicher Magnet, eine Human-Werkstatt. Je nach Sympathie mal bloß Behauptstadt, mal Überhauptstadt. Wer meint, Berlin-Hype und Berlin-Bashing seien etwas Neues, wird von einem wiederentdeckten Berlin-Buch eines fröhlichen Besseren belehrt. Von PIEKE BIERMANN 

Ulrike Heider: Vögeln ist schön
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Einige ziehen blank, andere Bilanz

Gesellschaft | Ulrike Heider: Vögeln ist schön

»Sexualität ist gefährlich und schmutzig. Sexualität ist gut und sorgt für Frieden. Sexualität ist weiblich. Sexualität ist Identität. Sexualität ist Macht und kommt vom Verbot. Sexualität ist Verhandlungssache.« Das ist der Sex der letzten fünfzig Jahre. Vieles wurde verworfen, einiges wiederholt. Fasziniert von der Gegensätzlichkeit der Beschreibungen begibt sich Ulrike Heider in ›Vögeln ist schön‹ auf die Suche nach dem Sexualbegriff ihrer eigenen Lebenszeit. Während der Betrachtung der wichtigsten sexualpolitischen Ereignisse und der Analyse philosophischer Klassiker, zeitgenössischer Literatur und Filme, kommt sie nicht umhin ihre ganz persönliche Geschichte zu erzählen. Mit der Würze ihrer intimen Konfessionen und oft scharfer Kritik schickt sie uns auf eine ideologische Zeitreise von den späten 50er Jahren bis heute. Von EVA HENTER-BESTING 

Tobias Wunschik: Knastware für den Klassenfeind
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Unter Gefahr für Leib und Leben

Gesellschaft | Tobias Wunschik: Knastware für den Klassenfeind

Wer im Westen eine Praktica oder Exakta erwarb, wusste um ihre Ostproduktion. Auch bei Billy-Regalen und beim ein oder anderen Buch konnte, wer wollte, die Herkunft erahnen. Doch kaum jemand wird sich zur Produktion Zwangsarbeit in Ostgefängnissen vorgestellt haben. Tobias Wunschik schafft mit ›Knastware für den Klassenfeind‹ die Grundlagen für eine notwendige Debatte. Von PIEKE BIERMANN 

Noam Chomsky: Die Herren der Welt
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Geschichte neu schreiben

Gesellschaft | Noam Chomsky: Die Herren der Welt

Der in Philadelphia, Pennsylvania, geborene Noam Chomsky lebte sein erstes Leben als erfolgreicher und angesehener Sprachwissenschaftler der USA, er revidierte die traditionelle Grammatik von Grund auf. Durch den Vietnamkrieg wurde er zum Dissidenten. Er erwarb sich weltweites Ansehen, wurde in den USA mehrmals inhaftiert, zum ersten Mal 1967 anlässlich einer Demonstration gegen den Vietnamkrieg, und ist heute eine Leitfigur des Widerstands gegen die gedankenlose Fortsetzung herkömmlicher Politik. Von WOLF SENFF 

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