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Von Gläubigen, Ungläubigen und Leichtgläubigen

Gesellschaft | Linda Dorigo/ Andrea Milluzzi: Bedrohtes Refugium. Christliche Minderheiten im Nahen Osten Kurz vor Kriegsausbruch 1991 trafen sich die Oberhäupter der im Irak vertretenen christlichen Konfessionen in Bagdad und appellierten eindringlich an den Westen, den Frieden zu wahren. Griechisch-Orthodoxe sah man da, Melkiten, Assyrer, Chaldäer, Nestorianer, Armenier, Jakobiten, Katholiken und Protestanten, in ihren bunten

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Insel der Seligen

Kulturbuch | Hans-Joachim Löwer: Die Stunde der Kurden In den letzten hundert Jahren sind etliche Völker und Religionsgemeinschaften im Nahen Osten unter die Räder gekommen. Viele von ihnen fristen seit Jahrzehnten ein Leben von Ausgrenzung und Verfolgung, einige wie die christlichen Minderheiten Syriens und des Iraks sind erst in jüngster Zeit wieder zwischen die Fronten

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Liebesgeschichte der besonderen Art

Gesellschaft | Karin Kneissl: Mein Naher Osten Wenn deutsche Auslandskorrespondenten, besonders solche mit Standort Nahost, anfangen, ihre privaten Befindlichkeiten auszupacken, ist meist Vorsicht geboten. Allzu oft dienen Reisestrapazen oder Hotelprobleme dazu, komplexere Sachverhalte zu überdecken. Ganz anders in Karin Kneissls ›Mein Naher Osten‹, obwohl es sich auch hier um eine sehr persönliche Beziehung zu einer

Standorte

Gesellschaft | Bingel / Belz: Israel kontrovers Die evangelischen Kirchen in Deutschland sind für ihre Israelfreundlichkeit bekannt, die oft jede kritische Distanz zur aktuellen zionistischen Politik von Aggression und Repression vermissen lässt. Das ist ärgerlich für alle, die sich für einen gerechten Frieden im Nahen Osten einsetzen, der auch die Interessen der Palästinenser berücksichtigt. Die

Vordenker der Befreiung

Kulturbuch | Pankaj Mishra: Aus den Ruinen des Empires Die koloniale Ausbreitung Europas (und der USA) über die ganze Welt im 19. Jahrhundert mag einem in der Schule oder an der Universität begegnet sein. Die brutale Herrschaftspraxis des Kolonialismus ist aber nirgends Inhalt des Lehrplans. Und schon gar nicht die überaus mühselige politische und geistige

Gemeinsame Geschichte

Sachbuch | Ilan Pappe, Jamil Hilal (Hrsg.): Zu beiden Seiten der Mauer 1997 gründeten palästinensische und israelische Historiker und Sozialwissenschaftler die Arbeitsgruppe PALISAD (Palestinian and Israeli Academicians in Dialogue). Auslöser war das faktische Ende des Friedensprozesses nach dem Mord am israelischen Regierungschef Rabin. Die Wissenschaftler hatten eines erkannt: um langfristig zu Frieden und Verständigung zu

Phantomschmerz verfeindeter Völker

Sachbuch | Yfaat Weiss: Verdrängte Nachbarn Über »Israel« und »die Juden« hat hierzulande anscheinend jeder eine Meinung und verkündet sie neuerdings auch immer dröhnender. Inzwischen grassiert eine fatale Paarung von Meinungsstärke und Kenntnisschwäche. Dabei gibt es Informationen zuhauf über die komplexen Hintergründe dessen, was plakativ »Nahostkonflikt« heißt. Zum Beispiel das neue Buch der jüdisch-israelischen Historikerin

Die lange Nacht der Palästinenser

Gesellschaft | Marlène Schnieper: Nakba – Die offene Wunde Die gewaltsame Vertreibung der Palästinenser 1947/49, Kern und Ausgangspunkt des heutigen Palästinakonflikts, ist in Deutschland nur in Umrissen bekannt. Die Schweizer Publizistin Marlène Schnieper, 2006-2008 Korrespondentin des Züricher Tages-Anzeiger in Israel und Palästina, bietet mit ihrem Buch Nakba – die offene Wunde eine knappe, aber umfassende