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Ukraine

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Spiritus

TITEL-Textfeld | Iryna Fingerova: Spiritus

Tief in der dunklen Nacht ging Addiktia einmal in die Küche, nahm ein Glas vom Tisch, schaute hinein – und verschwand.

Ohne zu zögern hatte das Glas die junge Frau geschluckt. Verzweifelt wand sich Addiktia im reißenden Wasser und schlug mit der Stirn gegen Wände aus Glas, und diese Wände waren die Eingeweide des reißenden Wassers, und von den Schlägen wuchsen ihr Beulen wie Tannenzapfen auf der Stirn.

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Sublimation

TITEL-Textfeld | Iryna Fingerova: Sublimation

Am Morgen wachte Addiktia auf, wusch sich, spülte den Mund mit einem Aufguss von Eichenrinde und geriet ins Brüten, warum in aller Welt sie eigentlich lebte. Aber kaum hatte sie sich ihren Grübeleien hingegeben, da kam schon ein leeres Blatt Papier durchs Fenster geflogen und begann sie zu würgen. Als das Blatt damit fertig war, stand sie plötzlich in einem schönen Bürokleid da. Das Blatt riss Addiktia von den Beinen, lupfte sie auf seinen Rücken, als wäre es ein fliegender Teppich, und flog zum Fenster hinaus.

Tschernobyl-Rueckkehr-ins-Niemandsland-von-Natacha-Bustos und Francisco Sanchez
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Ein unheimliches Jubiläum

Comic | Francisco Sánchez, Natacha Bustos: Tschernobyl – Rückkehr ins Niemandsland

Vor 30 Jahren, am 26. April 1986, kam es in der Nähe einer aufstrebenden, jungen Kleinstadt im Norden der Ukraine zu einem Unfall, der sich als Trauma in das kollektive Bewusstsein der Menschheit eingebrannt hat – zumindest in Russland und Europa: Die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl. Warum es ausgerechnet zwei Spanier sind, die sich mit der Graphic Novel ›Tschernobyl – Rückkehr ins Niemandsland‹ an die Aufarbeitung dieses Traumas wagen, sei dahingestellt. BORIS KUNZ hat sich dem Werk gewidmet.

Olena Chekan 350
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Schlaglichter auf die Ukraine

Menschen | Bohdan Rodyuk Chekan: Olena Chekan. The Quest for a free Ukraine

Olena Tschekan war eine Journalistin und Schauspielerin, die für demokratische Werte kämpfte und das Leben liebte. So porträtiert sie ihr Sohn Bohdan Rodjuk Tschekan im englischen Band ›Olena Chekan. The Quest for a free Ukraine‹ (Olena Tschekan. Das Streben nach einer freien Ukraine), mit dem er seiner Mutter ein Denkmal setzt. Im Dezember 2013, während das Volk auf dem Majdan seinen Präsidenten Wiktor Janukowytsch verjagte, starb sie an einem Gehirntumor. Von JUTTA LINDEKUGEL

Posted on in Gesellschaft/Sachbuch

Im Brennpunkt: Putin

Gesellschaft | K.Gloger: Putins Welt / M.Sygar: Endspiel. Die Metamorphosen des Wladimir Putin / W. Laqueur: Putinismus. Wohin treibt Russland? / H.Seipel: Putin. Innenansichten der Macht

Das ist so eine Sache mit dem Bild, das der Westen sich vom russischen Staatspräsidenten zurechtlegt. Niemand kennt ihn persönlich, aber jeder weiß, um was es geht, alle reden mit und alle reden reichlich, Katja Gloger, Redakteurin beim ›Stern‹, durfte ihn eine Zeitlang begleiten. Von WOLF SENFF

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BU-BA-BU: Wie Sprache und Literatur der Ukraine neu erfunden wurden

Gesellschaft | Bu-Ba-Bu – Literatur in der Ukraine

Was sich anhört wie ein Wort, das ein Kleinkind erfunden hat, steht als Abkürzung für Burlesk-Balahan-Buffonada, also Burleske-Farce-Posse: Am 17. April 1985 gründeten Wiktor Neborak (* 1961), Oleksandr Irwanez (* 1961) und Jurij Andruchowytsch (* 1960) im ukrainischen Lwiw die Autorengruppe Bu-Ba-Bu, die die ukrainische Literatur, Kultur und Sprache grundlegend verändern sollte. Von JUTTA LINDEKUGEL

Posted on in Gesellschaft/Sachbuch

Faktenlage der Geopolitik

Gesellschaft | Matthias Bröckers, Paul Schreyer: Wir sind die Guten

Wenn sogar die ›Hamburger Morgenpost‹ sich nahtlos unter die Putin-Hassprediger fügt, bleibt keine andere Wahl, als nach einem informativen Buch zu greifen. Lesen Sie das erste Kapitel, und Sie werden sich wundern über jene nüchterne Logik, die dem Boulevard nicht der Rede wert ist, die in ›seriösen‹ Medien nicht zur Sprache kommt, die jedoch unverzichtbar ist, um die Situation jenseits von Rausch und Stammtisch einzuschätzen. Von WOLF SENFF

Andrej Kurkow: Ukrainisches Tagebuch
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Russische statt ukrainische Kampfdelfine

Gesellschaft | Andrej Kurkow: Ukrainisches Tagebuch

»Was gerade auf dem Majdan passiert, ist unklar«, so schließt der Tagebucheintrag vom 9. Dezember 2013. – Der ukrainische Autor Andrej Kurkow, geboren 1961, wurde international durch seine humorvollen Romane bekannt, in denen er den absurden, turbokapitalistischen Alltag der seit 1991 unabhängigen Ukraine beschreibt. Die bekanntesten sind ›Picknick auf dem Eis‹, ›Der Milchmann in der Nacht‹ oder ›Die letzte Liebe des Präsidenten‹, ein Buch das seit neustem auf Russlands Zensurliste steht. Nun ist ein Auszug aus Kurkows Tagebuch, das er während der aufwühlenden letzten Monate geführt hat, auf Deutsch erschienen. Darin verfolgt, kommentiert, analysiert Kurkow als Chronist die Ereignisse aus dem eigenen Alltag heraus. Obwohl ausländische Freunde seiner Familie Asyl angeboten haben, dachte er nicht daran, Kiew zu verlassen: »Vielen Dank. Aber hier ist es spannender.« Von JUTTA LINDEKUGEL

Costas Douzinas | © Laika Verlag
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The deadly threat of friendly Euro fire

Portrait | Costas Douzinas im Interview

Der griechische Philosoph und Rechtswissenschaftler Costas Douzinas lebt heute in London und lehrt am Birkbeck College der Universität. Er präsentiert zurzeit in Deutschland sein jüngstes Buch ›Philosophie und Widerstand in der Krise‹. Im Interview mit WOLF SENFF spricht er über europäische und deutsche Politik, den Einfluss des IWF auf Griechenland, die Wirkung von Demonstrationen und die Krise in der Ukraine.

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