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Zweiter Weltkrieg

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Zurück zu den Wurzeln

Comic | Yves Sente (Szenario), André Juillard (Zeichnungen): Die Abenteuer von Blake und Mortimer Band 20: Der Stab des Plutarch

Der Titel des zwanzigsten Albums von Blake & Mortimer ist ein Täuschungsmanöver. In ›Der Stab des Plutarch‹ geht es nicht um die Enträtselung historischer Geheimnisse, sondern um eine handfeste Spionagegeschichte – also auch wieder um Täuschungsmanöver. Diese führen exakt an den Anfang des legendären ›Kampfes um die Welt‹, mit dem die berühmte Comicreihe begann. Vertrautes Terrain also für BORIS KUNZ 

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Der durch die Hölle ging

Comic | Jaques Tardi: Ich, René Tardi, Kriegsgefangener Im Stalag IIB

Der französische Comic-Künstler Jaques Tardi und der Krieg – ein schier endloses Kapitel an historischer und persönlicher Aufarbeitung, stets in formaler und narrativer Meisterklasse. In ›Ich René Tardi, Kriegsgefangener Im Stalag IIB‹ zeichnet er in zwei Bänden, denen anscheinend noch ein dritter folgt, das Leid seines Vaters nach – und zeigt sich in Sachen pathosfreier Nachempfindung des Unnachahmlichen stärker denn je. Von CHRISTIAN NEUBERT  

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Gebildet und doch verblendet

Gesellschaft | Susanne Wiborg; Jan Peter Wiborg: Glaube, Führer, Hoffnung – Der Untergang der Clara S.

Sie will mehr werden als Heimchen am Herd. Mit zwölf geht sie zum BDM, der Nazi-Jugendorganisation für Mädchen. Im Frühjahr 1945 ist Clara S. 24 Jahre alt und zieht mit einem Bataillon aus Kindersoldaten, dem »letzten Aufgebot«, das nur den Rückzug der Nazibonzen sichern soll, nach Westen. Die meisten von ihnen kommen um, und am Ende auch Clara S. Aber wie eigentlich? ›Glaube, Führer, Hoffnung‹ erzählt von weiblicher Verblendung und ihrem Übermenschenwahn. Von PIEKE BIERMANN 

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Vorsicht vor Frauen und Schnaps

Gesellschaft | Leitfaden für britische Soldaten 1944

Spätestens seit die US-Regierung auf den 9/11-Terror mit Bombeneinfällen im Irak reagierte, kennt man auch im friedensverträumten Deutschland das Wort »Exit-Strategie«. Man sollte, besagt es, nicht irgendwo einfallen, wenn man nicht weiß, wie man wieder rauskommt. Das leuchtet selbst Zivilisten ein, ist aber nur der zweite Schritt. Der erste – für den zweiten unabdingbare – scheint in neuen »asymmetrischen« Kriegen fatalerweise wegtechnologisiert zu sein: Man sollte das Land, in das man einfällt, sehr gut kennen. Nicht nur die Geo- und Topographie samt Klima, sondern die Menschen und deren Geschichte, Kultur, Lebensart, Mentalität. Mit einem altmodischen Wort: Landeskunde. Von PIEKE BIERMANN  

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Gezeichnete Soldatendenkmäler

Comic | Spezial: Krieg im Comic

Mit Werken wie Palästina und Gaza hat Joe Sacco die Comicreportage salonfähig gemacht. Während der Meister mit einem sieben Meter langen Ausklappbild der gigantischen Schlacht an der Somme im Ersten Weltkrieg neue Wege beschreitet, beschäftigen sich andere Comicreportagen auf immer vielfältigere Weise mit kriegerischen Konflikten und beleuchten ihre Wurzeln ebenso wie die individuellen Auswirkungen auf den einzelnen Soldaten. BORIS KUNZ hat ein paar besondere Kriegsreportagen aus dem aktuellen Angebot herausgepickt.  

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Der Horizont der Illusion

Roman | Peter Henisch: Mortimer und Miss Molly

Wie lange bleibt ein Märchen das, was es ist? Peter Henisch möchte in Mortimer & Miss Molly das Wesen der Liebe ergründen. Im sehr konstruiert wirkenden Plot landet ein amerikanischer Fallschirmspringer am Ende des Zweiten Weltkriegs ausgerechnet vor dem Fenster einer pensionierten englischen Gouvernante, die in Italien lebt. Zusätzlich wird dem Leser eine zweite Handlung um ein österreichisch – italienisches Liebespärchen aufgebürdet, das einander doch verliert. VIOLA STOCKER lässt sich auf ein modernes Märchen ein. 

Marinerichter
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Gedanken eines Verzweifelten

Menschen | Werner Otto Müller-Hill: »Man hat es kommen sehen und ist doch erschüttert«. Das Kriegstagebuch eines deutschen Heeresrichters 1944/45

Er sah, wie das eigene Volk sich ins Verderben stürzte, er begriff die Hybris und den Wahnsinn der nationalsozialistischen Führung, er fühlte die Schuld, die das braune System auf sich lud – und war dennoch Teil der militärischen Elite. Werner Otto Müller-Hill beschreibt in seinen Kriegstagebüchern, wie er versuchte, aufrecht zu bleiben. »Man hat es kommen sehen und ist doch erschüttert« ist ein beklemmendes Zeitdokument, dessen analytische Schärfe verblüffend ist. Von VIOLA STOCKER  

Gellhorn
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»Krieg ist immer schlimmer, als ich beschreiben kann«

Menschen | Martha Gellhorn: Das Gesicht des Krieges

Sie war die Kriegsreporterin des letzten Jahrhunderts – Martha Gellhorn, Amerikanerin, links, intellektuell und auch noch schön. Was – und vor allem wie – sie erzählt aus fünfzig Jahren Krieg, das ist auch im neuen Jahrhundert dringend nötige Aufklärung, gerade für deutsch(sprachig)e Leser. Der Züricher Dörlemann-Verlag hat sie jetzt wieder zugänglich gemacht: Das Gesicht des Krieges. Reportagen 1937-1987. Von PIEKE BIERMANN  

Großvater im Krieg
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Enttarnt und entzaubert

Menschen | Moritz Pfeiffer: Mein Großvater im Krieg 1939-45

Mein Großvater im Krieg 1939-45. Erinnerung und Fakten im Vergleich ist ein schlanker Band, der es in sich hat. Vor allem wegen der Geschichte dahinter, die mit einer herzlichen Tollkühnheit beginnt und ihren Autor ziemlich bald zwischen Scylla und Charybdis bringt. An Büchern und Dokumentarfilmen zur Frage »War auch meine Familie Nazi?« herrscht nicht eben eklatanter Mangel, aber so wie der junge Historiker Moritz Pfeiffer hat noch niemand das Thema angepackt. Von PIEKE BIERMANN  

Assault Squad
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*thunk* Du bist nicht zum Spass hier!

Digitales | Games: Men of War: Assault Squad

Der neueste Ableger der Reihe ›Men of War‹ von DigitalMindSoft nimmt den von Spielindustrie verhätschelten Spieler, donnert seinen Kopf auf die Tischplatte und flüstert ihm leise ins Ohr, dass ›Men of War: Assault Squad‹ nichts für Casual-Weichflöten ist. PETER KLEMENT reibt sich die Beule, arbeitet an Mikro- und Makromanagement und paukt die Namen von Kriegsgeräten aus fünf Nationen. 

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