Roman | Fernando Aramburu: Langsame Jahre Viele Schriftstellerbiografien könnten auch als reizvoller Romanstoff taugen. So auch die des wichtigsten zeitgenössischen baskischen Schriftstellers Fernando Aramburu, der seit 35 Jahren in Hannover lebt, aber literarisch immer wieder zu seinen Wurzeln ins Baskenland zurück kehrt. Fernando Aramburus Langsame Jahre gelesen von PETER MOHR
Roman | Paul Ingendaay: Königspark »Sie ist mir irgendwann in den Träumen erschienen und sie war der letzte Anlass, dieses Buch überhaupt zu schreiben. Ich hätte es sonst nicht geschafft. Ich brauchte eine Retterfigur, die da richtig reinfährt, ich brauchte eine schlagende Frau«, erklärte Paul Ingendaay über die äußerst unkonventionelle Protagonistin Nuria aus seinem neuen Roman Königspark. Rezensiert von PETER MOHR
Menschen | Zum Tod der Georg-Büchner-Preisträgerin Brigitte Kronauer ›Eigentlich ist man als Schriftsteller immer froh, wenn sich Wahrnehmungen verändern. Man darf sich bloß nicht in einen blöden Sog bringen lassen‹, hatte Brigitte Kronauer im letzten Jahr in einem FAZ-Interview auf die Frage nach möglichen Problemen mit dem Älterwerden erklärt. Von PETER MOHR
Musik | Gretchen Peters und Amanda Rheaume Story Telling im Country Noir – Gretchen Peters »…pretty things, pretty things gone to ruin…« (›Pretty Things‹) ›Dancing With The Beast‹ von Gretchen Peters wurde produziert in altbewährter Zusammenarbeit mit Doug Lancio und Barry Walsh in Nashville. Und ist nach ›Blackbirds‹ ihr neuntes Studioalbum. ›Blackbirds‹ featured viel Melancholie, ist aber dabei sehr energetisch. Über die Songs sagt Peters: »These songs are stories of lost souls, people trapped in the darkness, or fighting their way out of it.« Von TINA KAROLINA STAUNER
Comic | X-Men: Die Welt der Mutanten / Aquaman-Anthologie Das popkulturelle Bewusstsein für Superhelden erweitert seinen Blick. Auch bei Comic-Verfilmungen wird nun mehr Wert gelegt, auf lange Zeit eher weniger beachtete Helden und auf Helden, die einer sozialen Minderheit entstammen. Zwei Anthologien, die die besten Superheldengeschichten solcher DC- und Marvel-Figuren versammeln sollen, kommen da zur rechten Zeit. PHILIP J. DINGELDEY hat sich ›X-Men: Die Welt der Mutanten‹ und die ›Aquaman-Anthologie‹ mit gemischten Gefühlen angesehen.
Musik | Crosby Tyler und MEIKO Way of a Jingle Jangle Man – Crosby Tyler Crosby Tyler who? Simply some Bay Cuts. Was Crosby Tyler gerade tut, weiß ich nicht. Vermutlich ist er mit seiner Gitarre unterwegs oder geht irgendwo im Bay in einem Supermarkt einkaufen und steht in seiner Küche. Ich weiß nicht genau, wo er herkommt. Keine Ahnung, was für einen Lebenslauf er hat. Wo er hingeht, das weiß ich schon gleich gar nicht. Ich mutmaßte so manches. Von TINA KAROLINA STAUNER
Roman | Thomas Hürlimann: Heimkehr »Fremd bin ich eingezogen, fremd zieh‘ ich wieder aus«, heißt es in Schuberts Winterreise. Ums Fremdsein, um die schmerzhafte Suche nach eigenen familiären Wurzeln und um die Suche nach einem Wohlfühl-Ort geht es auch in Thomas Hürlimanns neuem opulenten Roman Heimkehr. Von PETER MOHR
Roman | Hans Joachim Schädlich: Felix und Felka »Inmitten der zusammengestürzten Welt – menschliche Skelette mit Musikinstrumenten. Der Tod spielt Trompete. Felix erwacht. Er schwitzt. Er zittert.« Sätze, die wie Nadelstiche unter die Haut gehen und beinahe ähnliche Schmerzen bei der Lektüre von Hans-Joachim Schädlichs neuem Roman Felix und Felka bereiten. Der inzwischen 82-Jährige, der oft (und nicht zu Unrecht) als Meister der sprachlichen Reduktion gefeiert wurde, hat wieder einmal unter Beweis gestellt, dass er mit knappen, schlanken Sätzen auf wenigen Seiten mehr auszudrücken versteht, als in vielen opulenten Romanwälzern steckt. Von PETER MOHR
Menschen | Zum 65. Geburtstag der Nobelpreisträgerin Herta Müller Es war eine handfeste Überraschung, als der Schriftstellerin Herta Müller im Oktober 2009 der Nobelpreis für Literatur zugesprochen wurde. »Sie zeichnet mittels der Verdichtung der Poesie und Sachlichkeit der Prosa Landschaften der Heimatlosigkeit«, hieß es damals in der Begründung des Stockholmer Komitees. Die seit vielen Jahren in Berlin lebende Schriftstellerin hat sich in ihren sprachlich ausgefeilten, bisweilen lyrisch anmutenden Werken immer wieder mit Verfolgung und Heimatlosigkeit, mit Umzügen und Neuanfängen beschäftigt. Die thematischen Eckpfeiler stammen aus ihrer eigenen bewegten Vita. Von PETER MOHR
Roman | Monika Maron: Munin oder Chaos im Kopf »Ich wollte eigentlich keinen Roman über die Umweltzerstörung schreiben, sondern vor allem erzählen, was passiert, wenn jemand, in diesem Fall eine Journalistin, das tut, was sie für richtig hält: die Wahrheit zu schreiben«, erklärte die Schriftstellerin Monika Maron 2009 in einem Spiegel-Interview über das Entstehen ihres in der damaligen DDR verbotenen Romans Flugasche (1981). PETER MOHR über ihre neuen Roman Munin oder Chaos im Kopf.

