Comic | Stephen Collins: Der gigantische Bart, der böse war Ein Bart als Ursache einer Katastrophe: Stephen Colllins findet in seinem philosophisch-märchenhaften Comic ›Der gigantische Bart, der Böse war‹ viel Humor zwischen den Trümmern, die kein geringeres Monster als wild wuchernde Gesichtsbehaarung hinterlässt. Von CHRISTIAN NEUBERT
Comic | F. Debois/J-C. Poupard: Jack the Ripper; X. Dorison/R. Meyer: Asgard Mit dem Label Splitter Double hat der umtriebige Comicverlag aus Bielefeld eine neue Reihe eröffnet, die zweibändige Comicerzählungen in jeweils einem großen Doppelband zusammenfasst, wodurch der Leser erstens etwas preisgünstiger wegkommt und zweitens ein kompakteres Lesevergnügen hat. Mit einem Splitter Double hält man in etwa das Äquivalent eines Kinoabends in den Händen – was sich auch in den ausgewählten Genres widerspiegelt. BORIS KUNZ hat zwei Tickets gelöst.
Comic | Sascha Hommer, Kalle Hakkola (Hrsg.): Comic Atlas Finnland Kein weißes Kaninchen, sondern ein Nilpferd und ein Krokodil sitzen am Steuer des Flugzeugs auf dem Cover des ›Comic Atlas Finnland‹, mit dem der Verlag Reprodukt und die Finnish Comics Society den deutschen Leser in eines der nördlichsten Länder der Erde entführen wollen. Wer sich wie BORIS KUNZ auf die Reise einlässt, wird gemeinsam mit vielen kindlichen und adoleszenten Reisegefährten ein Land voller melancholischer Schönheit, absurder Traumlandschaften und düsterer Abgründe entdecken – und einiges über Art House Comics lernen.
Comic | Julie Maroh: Blau ist eine warme Farbe ›Blau ist eine warme Farbe‹ ist eine fein gewobene, mit autobiographischen Elementen spielende Liebesgeschichte zwischen Coming Out und Coming Of Age: Julie Maroh überzeugt direkt mit ihrem Comic-Debüt. Von CHRISTIAN NEUBERT
Comic | Simon Schwartz: Vita Obscura Mit großem Einfallsreichtum hat der deutsche Zeichner Simon Schwartz seit 2012 abgefahrene historische Biographien für die Zeitung ›Freitag‹ als Comicseiten umgesetzt. Jetzt ist ›Vita Obscura‹ als überarbeitete Komplettausgabe bei avant erschienen. BORIS KUNZ hat schon lange nicht mehr so viel Freude mit einem Comic gehabt.
Comic | J. Ottaviani/L. Myrick: Feynman – Ein Leben auf dem Quantensprung Der Physiknobelpreisträger Richard Feynman war zweifelsohne eine faszinierende Persönlichkeit, berühmt für seine unkonventionelle Art zu denken und für lebendige Vorträge, die auch den Laien die komplexen Zusammenhänge der Quantenelektrodynamik näherbringen konnten. Die Comicbiographie ›Feynman – ein Leben auf dem Quantensprung‹ von Jim Ottaviani und Leland Myrick versucht, diese Faszination auch beim Leser zu erzeugen, doch für BORIS KUNZ blieb vieles unverständlich.
Comic | Sebastian Lörscher: Making Friends in Bangalore Aus allen Winkeln der Welt erhalten wir heutzutage sekundenschnell die merkwürdigsten Selfies von Freunden und Bekannten. Geradezu altmodisch hat sich Sebastian Lörscher einen Monat Zeit gelassen für die »Aufnahmen« und legt ein volles Skizzenbuch aus Indien vor: ›Making Friends in Bangalore‹. Vom Strudel der szenischen Eindrücke ist PIEKE BIERMANN ganz hingerissen.
Comic | Mark Long/Jim Demonakos/Nate Powell: Das Schweigen unserer Freunde Étienne Davodeau: Die Ignoranten Ein halbes Jahr hat das neue Ehapa-Imprint ›Egmont Graphic Novel‹ nun auf dem Buckel. Das Sub-Label hat sich einem Comic-Segment verschrieben, das sich vorwiegend an eine erwachsene Leserschaft richtet. Zwei der ersten Graphic Novels, die in das Verlagsprogramm aufgenommen wurden, sind die Werke ›Das Schweigen unserer Freunde‹ und ›Die Ignoranten‹. Von CHRISTIAN NEUBERT
Comic | Elfen 1: Der Kristall der Blauelfen / Elric 1: Der Rubinthron Was ist nur aus den guten, alten Elfen geworden? Der Splitter Verlag beglückt die Fans großer Fantasyepen mit den Neustarts zweier breit angelegter Serien, in denen hochgewachsene, spitzohrige Krieger im Vordergrund stehen. Sowohl in Elfen als auch bei Elric wird gelogen und intrigiert, gemeuchelt und gemetzelt, werden finstere Zauber beschworen. Gutmenschentum hat BORIS KUNZ bei diesen Elfen vergebens gesucht.
Comic | L. Dauvillier/M. Lizano/G. Salsedo: Das versteckte Kind Die Vernichtung der europäischen Juden während der Zeit des Nationalsozialismus nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, wird immer wichtiger: Sie liegt nun bereits mehr als zwei Generationen zurück und es gilt zu verhindern, dass sie als ein abgeschlossenes Kapitel der Vergangenheit wahrgenommen wird, mit der die Menschen heute nichts mehr zu tun haben. Dem Comic ›Das versteckte Kind‹ gelingt es, das unfassbare Geschehen ganz anschaulich zu machen, findet ANDREAS ALT.

