Comic | Lincoln – 1. Auf Teufel komm raus Family Business: Mit der Comicreihe ›Lincoln‹, deren deutsche Ausgabe eben bei Schreiber & Leser erscheint, schaffen Olivier Jouvray, Jérome Jouvray und Anne-Claire Jouvray einen saukomischen Western-Bastard, der im freien Staub zwischen William Shakespeare, Sergio Leone, Lewis Trondheim und Aike Arndt siedelt. Von CHRISTIAN NEUBERT
Roman | Jo Nesbø: Macbeth Im Jahr 2012 rief The Hogarth Press, 1917 von Virginia und Leonard Woolf ins Leben gerufen, international bekannte Autoren dazu auf, rund um den 400. Todestag des berühmten Dramatikers ihre ganz persönliche Neuerzählung eines Werkes von William Shakespeare (1564 – 1616) zu präsentieren. Renommierte Autorinnen und Autoren wie Anne Tyler, Margaret Atwood, Edward St. Aubyn und Howard Jacobson beteiligten sich bisher an dem so genannten »Hogarth Shakespeare Project«. Von DIETMAR JACOBSEN
Kinderbuch | G.Zoboli und M. di Giorgio: Krokodrillo Auch ein Krokodil erlebt manchmal spannende Sachen. Grüßt freundlich den Nachbarn, fährt mit der Metro, kauft Blumen und gegrillte Hähnchen. Was ihm sonst noch alles widerfährt, hat SUSANNE MARSCHALL sehr gefallen.
Jugendbuch | Monika Maslowska: Winterrot. Sechzig Sekundengeschichten für eine Minute Natürlich geht es in Geschichten, die Menschen erzählen, um nichts anderes als Menschen. Seltsam ist eher, dass wir dessen nicht überdrüssig werden. Stößt man, zugegebenermaßen zufällig, auf ein Büchlein wie das von Monika Maslowska, das Geschichten, Poesie und Bild nahtlos miteinander verschmelzen lässt, wird das »natürlich« wie das »seltsam« geradewegs zum Wunder. Von MAGALI HEIẞLER
Kinderbuch | Sigrid Eyb-Green: Alles dreht sich, alles fliegt 365 neue, unverbrauchte Tage liegen vor uns. Ein Rest Winter, ein Frühling, ein Sommer, ein Herbst und wieder ein Winter. »Im Kreise geht die Reise. Und dem Dezember folgt der Januar.« hat Kästner geschrieben. Und all das fängt Sigrid Eyb-Green in ihren Gedichten für Kinder und alle ein. Von ANDREA WANNER
Roman | Ally Klein: Carter Carter lebt so exzessiv und selbstzerstörerisch, dass sie Menschen aus ihrem Dunstkreis unweigerlich mitreißt, in einen Strudel der Abhängigkeit und Auslöschung. Ally Kleins rätselhafter Debütroman geht an sprachliche Grenzen und verlangt dem Leser nicht nur starke Nerven ab. Von INGEBORG JAISER
Jugendbuch | Mitten im Dschungel / Der Detektiv von Paris Bevor die Winterferien zu langweilig werden, kann man die Nase ja mal in ein Buch stecken. Am besten in eins, das große, verrückte, wilde Dinge enthält. Katherine Rundell und Walter Hansen liefern das. Eine kleine Dosis Wissen gibt’s obendrein, und zwar von der besonderen Art, die man in der Schule nicht unbedingt braucht, die den Alltag aber umso bunter machen. Von MAGALI HEIßLER
Comic | Paolo Bacilieri: Fun Paolo Bacilieris Comic ›Fun‹ spürt der Geschichte des Kreuzworträtsels nach, findet Bezüge zu seinem eigenen Medium und möchte parallel zu seinem waagrecht-schrägen Themenfüllhorn einen Mord aufklären. Wie bei einem Kreuzworträtsel läuft in dem Comic dies alles in einem Neben-und Untereinander. Läuft man da bis zum Ende gerne mit? Reicht der Spaß an »Fun« über seine Lektüre hinaus? CHRISTIAN NEUBERT verrät es.
Roman | Friedrich Ani: Der Narr und seine Maschine Es scheint der letzte Auftrag zu sein für Tabor Süden, jenen Helden, dem sein Erfinder Friedrich Ani über einen Zeitraum von zwanzig Jahren 21 Romanauftritte gönnte. Der schon einmal verschwunden war, als er sich auf die Suche nach seinem Vater begab. Und nun offensichtlich – der Roman beginnt am Münchner Hauptbahnhof – erneut im Begriff ist, sich davonzumachen. Doch seine letzte Chefin, Edith Liebergesell, weiß, wo sie Süden finden kann. Und bittet ihn ein letztes Mal darum, einen Vermissten aufzustöbern. Von DIETMAR JACOBSEN
Kurzprosa | Patrick Modiano: Schlafende Erinnerungen »Es geht in meinen Büchern überhaupt nicht um mein eigenes Leben. Ich benutze nur Empfindungen, die ich gehabt habe, und Stimmungen, in denen ich gelebt habe«, bekannte Patrick Modiano, Nobelpreisträger des Jahres 2014, in einem seiner wenigen Interviews. Und doch schreibt der inzwischen 73-jährige französische Autor, für dessen umfangreiches Werk Paris mindestens ebenso wichtig ist, wie es Köln einst für Heinrich Böll war, stets sanft an seinem eigenen (Er)-Leben entlang. Von PETER MOHR

