Jugendbuch | Steve Tasane: Junge ohne Namen Die »Flüchtlingsfrage« beschäftigt die Menschen in Europa. Sie beschäftigt sie unter humanitären Aspekten und sie beschäftigt sie, weil viele Europa nach wie vor für bedroht halten. Was es heißt, 10 Jahre alt zu sein, alleine und auf der Flucht, erzählt Steve Tasane. Von ANDREA WANNER
Roman | Christine Lehmann: Die zweite Welt Bei ihrem 13. Abenteuer bekommt Lisa Nerz, Christine Lehmanns taffe, unangepasste Heldin, nicht nur die Unterstützung von Staatsanwalt Richard Weber, mit dem sie inzwischen verheiratet ist. Auch die 17-jährige Tuana, in Deutschland geborene Türkin, müht sich an ihrer Seite redlich ab, einen Frauenhasser, der angekündigt hat, die 8.-März-Demo in Stuttgart in ein Blutbad zu verwandeln, dingfest zu machen. Von DIETMAR JACOBSEN
Kinderbuch | Benjamin Tienti: Unterwegs mit Kaninchen Viel Aufregung wegen eines Kaninchens. Das ist an allem schuld – an den schlimmen wie an den guten Dingen. Von ANDREA WANNER
Jugendbuch | Krystal Sutherland: Es muss ja nicht perfekt sein Perfekt? Esthers Leben ist so weit davon entfernt, wie man sich das nur vorstellen kann. Ihre Ängste und Probleme sind zahllos. Nein, falsch: Man kann sie zählen – eine Liste mit 49 Ängsten. ANDREA WANNER freut sich an dem verblüffenden Umgang mit dieser Liste.
Comic | Lucas Harari: Der Magnet In ›Der Magnet‹ beschwört der junge französische Comic-Künstler Lucas Harari in seiner ersten längeren Erzählung den Geist der berühmten Therme Vals. Er erhebt den Bau zur Hauptfigur – und lässt ihn mörderische Absichten verfolgen, festgehalten in der klar umrissenen Optik der Ligne Claire. CHRISTIAN NEUBERT tauchte in den Comic ein.
Kinderbuch | Günther Jakobs: Das ist für dich Geschenke sind etwas Tolles. Aber manchmal ist es nicht ganz einfach, den Beschenkten wirklich glücklich zu machen. Aus ganz unterschiedlichen Gründen. ANDREA WANNER staunt, zu was für Verwicklungen das führen kann.
Jugendbuch | Carol Weston: Wie man bei Regen einen Berg in Flip-Flops erklimmt Im Leben von Sofia geht jede Menge schief. Sie weiß nicht, wie es weitergehen soll und kann. Aber manchmal hält das Leben Überraschungen bereit. Von ANDREA WANNER
Roman | Angela Krauß: Der Strom »Ein Strom hatte begonnen, in meinem Körper zu pulsieren, an der Grenze zum Schmerz«, klagt die namenlose Ich-Erzählerin, eine Dichterin fortgeschrittenen Alters, nach einer schlaflosen Nacht. Die 68-jährige Angela Krauß, die 1988 mit dem Gewinn des Klagenfurter Ingeborg-Bachmann-Preises den künstlerischen Durchbruch geschafft hatte, ist eine Meisterin der radikalen Verknappung. Auch in ihrem neuen schmalen Bändchen, das sich auf alternierenden Zeitebenen bewegt, gibt es keine Handlung im tradierten Sinn, sondern es mischen sich Erinnerungen, Zukunftsvisionen und Traumerscheinungen. Angela Krauß: Der Strom – gelesen von PETER MOHR
Jugendbuch | Ying Chang Compestine: Revolution ist keine Dinnerparty Die Kulturrevolution in China endetete offiziell im Jahr 1969. Die Säuberungsaktionen gegen Andersdenkende, der Tod von Hunderttausenden, physische und psychische Misshandlungen währten aber bis zum Tod Maos. Was das tatsächlich für eine Familie bedeutet, erfährt man aus der Sicht der neunjährigen Ling. Von ANDREA WANNER
Roman | Daniela Krien: Die Liebe im Ernstfall Sie sind allesamt um die Vierzig, haben eine gute Ausbildung und Ansprüche an das Leben. Und dennoch scheitert Die Liebe im Ernstfall an Verletzungen, Verirrungen, Dissonanzen. Daniela Krien entwirft in ihrem neuen Roman fünf Frauenschicksale und Lebensentwürfe als exemplarische soziologische Versuchsanordnung. Und das in einer ungeschönten, klaren Sprache, deren Ungeheuerlichkeit oft zum mehrmaligen Lesen zwingt. Von INGEBORG JAISER

