Film | Im TV: Tatort – Freddy tanzt (01. Feb. 2015) Hikikomori, ja, Menschen, die sich völlig zurückziehen, den Kontakt außerhalb der Wohnung auf absolutes Minimum oder auf Null reduzieren, dann wird ihnen morgens Milch, auch Brötchen und Scheibe Käse von Restfreund oder Familie vor die Tür gestellt. Japan. Das ist schon ein merkwürdiges Haus, auf das Ballauf und Schenk schließlich ihre Ermittlungen konzentrieren. Katja Petersen im obersten Geschoss ist so ein Typ à la Hikikomori, hat aber für ihren Rückzug auch andere Gründe. Von WOLF SENFF
Film | Im TV: ›TATORT‹ Borowski und der Himmel über Kiel (NDR) , 25. Januar Eingeblendete Bildfetzen, Dunkelheit, viel Geräusch, ein Leichnam, eine Axt, zwei Beine von Täterin/Täter, das ist schon allerhand und war nur Vorspann, von der Leiche gibt’s bis auf weiteres nur Kopf. Rätselhafte Heimat Schleswig-Holstein. Von WOLF SENFF
Film | Im TV: ›TATORT‹ Die Sonne stirbt wie ein Tier (SWR) Zum Krimi diesmal kein Wort, nein, zuallererst ist das ein Film, der mit Gewohnheiten bricht. Lena Odenthal, völlig verändert, ist auf Reha, sie häutet sich. Nein, sympathisch. Doch nicht allein Odenthal und Kopper (der telefoniert mit Maria in Italien und wie frech ist denn das, dass sie uns das nicht übersetzen), das Drehbuch wirft massiv schillerndes Personal in die Handlung. Von WOLF SENFF
Roman | Ian Rankin: Schlafende Hunde Nach seinem Intermezzo bei den Cold Case Units (Mädchengrab, 2013) ist John Rebus im neuen Roman von Ian Rankin zurück an seiner alten Wirkungsstätte. Allein rangmäßig ging es ein Stück bergab mit ihm. Als Detective Sergeant ist er plötzlich seinem einstigen Schützling Siobhan Clarke unterstellt. Doch mit der kommt er klar. Dagegen machen es ihm Dienststellenleiter Page und der von Generalstaatsanwältin Macari auf eine Gruppe von ehemaligen Polizisten angesetzte interne Ermittler Malcolm Fox erheblich schwerer. Denn Rebus war ein Teil jener verschworenen Gemeinschaft, die sich den Namen »Die Heiligen der Schattenbibel« gegeben hatte. Von
Film | Im TV: ›TATORT‹ Hydra (WDR), 11. Januar »Woll’n Sie mit der Türkin wieder vor den Neonazis rumwedeln, ja?« Der Umgang unter den Ermittlern ist direkt, auch Peter Faber nimmt kein Blatt vor den Mund, und man sollte außerdem wissen, dass Nora Dalay und Daniel Kossik seit der Abtreibung eh auseinander sind. Schwierig. Die Stimmung ist im Keller. Nun kommt mit dem Mord an Kai Fischer noch das brisante Neonazi-Thema ins Spiel. Von WOLF SENFF
Film | Im TV: ›TATORT‹ – Deckname Kidon (ORF), 4. Januar 2015 Herr Dr. Bansari fällt auf einen Mercedes, neunziger Jahre, neunhunderttausend Kilometer gelaufen, und löst massive Verwicklungen aus. Wer steckt dahinter? Ist’s eine Spezialeinheit des Mossad? Wir schätzen den ›TATORT‹ aus Wien, der uns die bedrohlich weite Welt aufblättert. Von WOLF SENFF
Film | Im TV: ›TATORT‹ – Der Irre Iwan (MDR), Neujahrstag, 20.15 Uhr »Wie viele Mitarbeiter beschäftigen Sie?« – »Dreiundsechzig, nein, entschuldigen Sie, zweiundsechzig. Ich hatte Frau Kleinert noch mitgezählt!« Korrekt gezählt ist unverzichtbar, und Sie merken schon, dieser Film will witzig sein, das könnte ja ein wertvoller Vorsatz sein, und kühler Witz, klug gehandhabt, kann jeden ›TATORT‹ bekömmlich würzen. Von WOLF SENFF
Film | Im TV: ›TATORT‹ – Das verkaufte Lächeln (BR) 28. Dezember, 20.15 Uhr Kinder sind ein heikles Thema. Enorm vorbelastet, Kinderschänder und so, aber manche Themen werden eben überstrapaziert. Kinder kommen ebenfalls gut im Drehbuch, wenn das ausgewachsene Publikum gerührt werden soll, gab’s alles, hatten wir neulich erst, so mancher Sender barmt um sein Profil zwischen Qualität und Quote. Von WOLF SENFF
Film | Im TV: ›TATORT‹ – Weihnachtsgeld (SR), 26. Dezember, 20.15 Uhr »Erdrosselung ist ein ziemlich zeitaufwendiger und kräftezehrender Vorgang«. Wir merken sofort, in ›Weihnachtsgeld‹ steht nüchterne Ermittlung im Vordergrund. Das ist absolut unverzichtbar, um einer zuvor nicht erlebten Fülle von Verwicklungen Herr zu werden. Von WOLF SENFF
Roman | Håkan Nesser: Die Lebenden und Toten von Winsford Håkan Nesser ist ein Meister des stillen Thrills. Sowohl in seiner zehnbändigen Kommissar-van-Veeteren-Reihe als auch in den Büchern um seinen zweiten Serienhelden Gunnar Barbarotti hat er die krachende Action, die einige seiner nordeuropäischen Kollegen so lieben, immer vermieden. Stattdessen nahm er seine Leser mit auf eine Reise ins Innere seiner Figuren, erzeugte Spannung aus deren seelischen Bedrängnissen, unverarbeiteten Kindheitserlebnissen und nicht vergessenen Demütigungen heraus. Sein aktueller Roman Die Lebenden und Toten von Winsford begleitet eine Frau in die Einsamkeit eines kleinen südenglischen Dörfchens. Es geht um einen Neuanfang – doch

