Kinderbuch | Melanie Laibl: Hase, Hund, Birnen – und?
Eigentlich spielen Hase Schnifis und Hund Ludovic nur Fangen rund um den Birnbaum. Aber irgendwie wird aus der lustigen Rennerei ein doofer Streit. Und jetzt? Von ANDREA WANNER
Eigentlich spielen Hase Schnifis und Hund Ludovic nur Fangen rund um den Birnbaum. Aber irgendwie wird aus der lustigen Rennerei ein doofer Streit. Und jetzt? Von ANDREA WANNER
Der Titel des Bandes ›Ein Fausthieb auf die Flipper-Schnute‹ von Urs Böke und Stefan Heuer ist genauso sinnfrei wie sein Inhalt. Was die Autoren als Prosaband ankündigen, erweist sich beim Lesen als fulminante Lyrikproduktion mit durchgängig gelungenen Sprachspielen. Von HARTWIG MAURITZ
Das selbstschlagende Herz?
Nein, nicht, keine Erfindung des Homo sapiens, nein.
Eine Stimme, die spricht und singt?
Auch nicht, nein, hat er nicht erfunden.
Zwei Augen, mit denen man den Blick auf die zehntausend Dinge werfen kann?
Fehlanzeige.
Mit seinen Romanen ›Buddenbrooks‹, ›Der Zauberberg‹ oder ›Dr. Faustus‹ und Erzählungen wie ›Der Tod in Venedig‹ schuf Thomas Mann Weltliteratur und zählt zu den bedeutendsten Schriftstellern des 20. Jahrhunderts. In diesem Jahr würde der »bürgerliche Dichterfürst«, wie ihn der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki einmal nannte, 150 Jahre alt. Paul Thomas Mann kam am 6. Juni 1875 als Sohn des Lübecker Kaufmanns Thomas Johann Heinrich Mann und seiner Frau Julia, geborene da Silva Bruhns, in Lübeck zur Welt. Von DIETER KALTWASSER
Spätestens seit der COVID-19-Pandemie ist uns die Macht der Viren wieder bewusst geworden. Doch würde es diesen winzig kleinen biologischen Strukturen nicht gerecht, wenn man sie einseitig als Bedrohung oder Geissel der Menschheit abqualifizieren würde – denn Viren sind weit mehr als lästige Krankheitsverursacher. Die Welt der Viren ist unglaublich vielfältig und daher ungemein vereinnahmend. Dieses Universum liegt nun zwischen zwei Buchdeckeln vor. Von MARTIN GEISER
»Er ging schonungslos mit seinem Leben um und liebte nichts und niemanden«, heißt es vollends zutreffend über die durch und durch unsympathisch gezeichnete Hauptfigur Kristian Hadeland in Karl Ove Knausgårds neuem Roman Die Schule der Nacht. Von PETER MOHR
Ingrid und Paul sind Geschwister, die während des Nationalsozialismus heranwachsen. Wir begleiten ihren Weg von 1933, der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler bis zum Kriegsende 1945. Beeindruckend und wichtig findet ANDREA WANNER diese Graphic Novel.
Immer wieder gelingt es dem Schweizer Erfolgsautor Marin Suter, die erprobten Themen – Kunst und Kulinarik, Suspense und Scharlatanerie, Liebesglück und Liebesleid – neu aufzumischen und zu arrangieren. Die Schauplätze seines aktuellen Romans Wut und Liebe wechseln vom karg möblierten Maleratelier zur noblen Zürcher Villengegend. Auf Überraschungen sollte man dabei stets gefasst sein. Von INGEBORG JAISER
Wenn Wolf und Schweinchen aufeinandertreffen, ist eigentlich von vornherein klar, wer der Bösewicht ist, oder? Aber es geht auch ganz anders, staunt ANDREA WANNER über diese besondere Begegnung.
Gehupft wie gesprungen, im Endeffekt bleibt es sich gleich, die feinen Leute werden sich einige Wochen länger über Wasser halten als alle übrigen, sie möchten um Himmels willen nicht sterben, ein andermal gern, doch bitte nicht jetzt, und, vor allem, sie können sich das leisten, verstehst du, darauf laufe es hinaus, das Leben hienieden sortiere sich am Mammon, und die feinen Leute seien Spielernaturen.
Sie verbirgt ihre Aggressivität oft, indem sie scheinbar beiläufig vor sich hin singt. Aber alle inhaftierten Frauen im Gefängnis von Arizona wissen genau: Wenn Diosmary Sandoval, die sie kurz »Dios« nennen, ihre Narcocorridos – Songs, in denen die Taten bekannter mexikanischer Drogengangster verherrlicht werden – anstimmt, liegt Gewalt in der Luft. Die kann Gründe haben, muss sie aber nicht. Und Dios gibt erst Ruhe, wenn der Schaden, den ihre unbeherrschbare Wut angerichtet hat, ihr groß genug erscheint. Dass es Menschen gibt, die ihre Neigung zur Gewalt komplett im Griff haben, will ihr hingegen nicht in den Kopf. Und deshalb ist ihr Florence Baum, die man aufgrund ihrer Haarfarbe »Florida« getauft hat, von Beginn ihrer Bekanntschaft an suspekt. Darum hängt sie sich, als die Gefängnisse während der Corona-Pandemie Gefangene vorzeitig entlassen, um die Ansteckungen unter den Inhaftierten gering zu halten, an die Tochter aus gutem Hause, bis es in Los Angeles zum blutigen Showdown kommt. Von DIETMAR JACOBSEN
Nach dem Tod seiner Mutter hat Torleif das Dorf seiner Kindheit verlassen und lebt in einem Internat in der Stadt, wo er nicht nur musikalisch gefördert wird, sondern auch endlich zu sich selbst stehen kann. Aber dann hat sein Großvater einen Schlaganfall und Torleif muss die Herbstferien zu Hause verbringen, um ihn zu unterstützen. Eine Rückkehr, die vieles verändern wird. Von ANDREA WANNER.
Wir Erwachsenen haben doch echt keine Ahnung, mit was für Gefahren unsere lieben Kleinen aufwachsen. Zum Glück nimmt uns Emil mit in die wahre Welt und zeigt uns, wie er sich da behauptet, freut sich ANDREA WANNER.
Wenn dir der besondere Tag
den Stift führt und ihn gleiten läßt,
wie von anderer Hand geführt,
dann schreibt sich die Morgenstunde
selbst hin mit ihren Eigenarten,
ist heiter wie der Vormittag.
Die Hamburger Schriftstellerin Kristine Bilkau hat für ihren vierten Roman Halbinsel den Preis der Leipziger Buchmesse 2025 erhalten. Doch auch ohne diese Auszeichnung hätte diese leise, lakonische Mutter-Tochter-Geschichte gewiss eine interessierte Leserschaft gewonnen, allein aufgrund der sensiblen Zwischentöne in einer allgegenwärtigen Thematik. Von INGEBORG JAISER
Die letzten Schuljahre sind die schwierigsten. Nicht nur inhaltlich und weil es um die Noten geht. Es stehen Entscheidungen an. Das sind klassische Entwicklungsaufgaben, denen sich junge Menschen stellen müssen. Und sie sind verbunden mit Unsicherheiten und Ängsten. Wie so etwas aussehen kann, davon erzählt Michèle Minelli in Ihrem Jugendroman. Von ANDREA WANNER
Opa erzählt seiner Enkeltochter aus der Vergangenheit. Eine wichtige Rolle spielt darin ein rosafarbener Camper, mit dem er die Welt erkundete. Von ANDREA WANNER
Die Tage zu zählen, sei sinnlos. Die Fangpause, hieß es, werde dauern.
Der Ausguck und Thimbleman hockten am Strand, in Sichtweite der ›Boston‹, sie hatten den Nachmittag über landeinwärts Holz gesammelt, morsche Stücke, leicht brennbar. Nun saßen sie davor, ohne daß sie sich gelangweilt hätten, die Zeit verstrich, sahen zu, wie von Osten gemächlich die Dämmerung heraufzog, der Ausguck entzündete das Feuer.
Sanctus und Touste schlenderten von der ›Boston‹ herüber und gesellten sich dazu, die Flamme züngelte, knisternd bildete sich Glut, niemand sprach oder bewegte sich, sie standen im Bann des Feuers.
Thimbleman legte von Zeit zu Zeit einen Scheit nach, darauf bedacht, die Flamme niedrig zu halten, die Temperaturen waren subtropisch mild, es ließ sich aushalten, das rastlose Flackern zog die Blicke auf sich.
Friedrich Schiller ermordet? Freund Goethe kann es nicht glauben. Doch als er den aus dem Kassengewölbe des Weimarer Jakobskirchhofes geborgenen Schädel seines kongenialen Partners und Mitklassikers in Händen hält und einen winzigen Einstich an der höchsten Stelle des Schädels, »dort, wo die Knochennähte Schläfen- und Stirnbeine fixierten«, entdeckt, bleibt eigentlich keine andere Erklärung übrig, als dass Friedrich Schillers Tod am 9. Mai 1805 kein natürlicher gewesen sein konnte. Fortan treibt es den alten Freund um. Von Weimar nach Jena und zurück. Von Hofarzt Huschke zu Schillers ehemaligem Diener Georg Rudolph. Von Caroline, der noch lebenden Schwägerin des Freundes zu Johanna Schopenhauer. Und immer wieder zu seiner Schwiegertochter Ottilie und ihren beiden kleinen Söhnen, die er mehr schätzt als Sohn August. Goethe, der Nationaldichter, ist zum Kriminalisten geworden. Und Johannes Wilkes (Jahrgang 1961), Autor zahlreicher Reiseführer, Sachbücher und Kriminalromane, begleitet ihn mit viel Witz und einem munteren Mix aus Vergangenheit und Gegenwart auf seiner Suche nach Schillers Mörder. Von DIETMAR JACOBSEN
Mia ist 16 und es sind die letzten Sommer, bevor wirklich Neues in ihrem Leben beginnt: Sie wird mit ihrer besten Freundin auf ein Musikgymnasium gehen. Aber diesen letzten Sommer verbringen sie – wie immer zu fünft: Mia, Else, Jens, Halvor und Are. Es wird sich vieles ändern. Von ANDREA WANNER
Ein kleines Mädchen sieht rund um sich jede Menge Hobbys, Freizeitbeschäftigungen und Leidenschaften – aber für sie steht fest: »Ich mag Mathe!« ANDREA WANNER war neugierig auf diese Geschichte.
Von wem das Wort stammt?
Maschinenwesen? Vom Goethe aus Europa.
Und, Thimbleman?
Es trifft.
Wie, es trifft.
Du siehst es überall, wirf einen Blick in den Hafen, der Windjammer werde vom maschinengetriebenen Dampfer abgelöst, und über Land werde der Schienenstrang der Eisenbahn bis hin zum Pazifik verlegt.
Das wäre das Maschinenwesen?
Entdeckungslust kommt bei MARC PESCHKE auf. Doch ganz so weit soll Anfahrt für fünf Tage nicht sein. Also mal wieder nach Thüringen – diesmal nach Meiningen im Landkreis Schmalkalden-Meiningen. Die Kreisstadt im fränkisch geprägten Süden Thüringens hat etwa 25.000 Bewohner, liegt im Tal der Werra und ist – man sieht es gleich – eine Perle des Klassizismus.
Urlaubszeit, sie zieht sich heutzutage eigentlich quer durch das Jahr, oft kurzentschlossen geplant, manchmal lange im Voraus gebucht. Eines wissen wir und sagen es regelmäßig nach den Ferien: die Zeit verging viel zu schnell. Wie man das ändern könnte, das verrät dieses Buch. BARBARA WEGMANN hat es sich angeschaut.
In ›Der Junge‹ befasst sich der erfolgreiche Bestsellerautor Fernando Aramburu mit den Auswirkungen eines realen Ereignisses auf eine Familie. VON BETTINA GUTIERREZ
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