Kalender | A Journey into 365 Days of Black History
Ein Wandkalender erzählt Schwarze Geschichte – SABINE MATTHES hat den Kalender voll Soul, Pioniergeist und Übermut gelesen.
Ein Wandkalender erzählt Schwarze Geschichte – SABINE MATTHES hat den Kalender voll Soul, Pioniergeist und Übermut gelesen.
Einmal quer durch Europa und durch mehrere Jahrzehnte springt Sten Nadolnys Herbstgeschichte, benutzt Züge, Kreuzfahrtschiffe, Segelboote und den Rollstuhl, vereint und entzweit Freunde, driftet durch das Zeitgeschehen, um sich am Ende als das Werk zweier Autoren zu erweisen. Erfunden ist mindestens einer davon – wie die ganze Geschichte. Von INGEBORG JAISER
Glück ist ein warmer Moment, der für einen Augenblick mit dem eigenen Selbst versöhnt. Auslöser dafür sind ganz unterschiedliche Dinge. Marei Schweitzer hat 62 Glückswörter in einem kleinen Buch gesammelt, die ANDREA WANNER ein Lächeln ins Gesicht gezaubert haben.
Auf geht’s zur 4. Hochzeit von Großtante Ilse. Die Begeisterung der Mitreisenden hält sich in Grenzen. Eng gequetscht sitzen sie zu siebt im geliehenen Fahrzeug und es wird nicht besser. Von ANDREA WANNER
Sie brennen vor Ehrgeiz, weshalb, wenn du fragst, sie wissen es nicht, das ist wahr, sie tun sich hervor, unsere Maulhelden, sie sitzen nicht, nein, sie stehen, es handelt sich um das ultimativ moderne Format, nein, sie sitzen nicht, sondern melden Anspruch an auf die gesamte Bühne, sie sprühen vor Aktivität, inszenieren ihre One-Man-Show, sie gestikulieren, sie tun souveräne Schritte, große Bewegungen, es handelt sich um eine Präsentation, die gespickt ist mit Floskeln, demonstrativ verbreiten sie den Glanz der eigenen Erscheinung und buhlen darum, bestätigt zu sein, ihr glatter, reibungsloser Auftritt entzückt das Publikum.
Rund um Games ist ein komplexes Ökosystem von Erzähler:innen, Journalist:innen, Blogger:innen, Podcaster:innen, Streamer:innen und Gamefluencer entstanden - und auch Wissenschaftler:innen. RUDOLF THOMAS INDERST im Gespräch mit Benjamin Bigl über die vielfältige Landschaft und Herausforderungen der Spieleforschung.
... gehört es zu den ganz schwierigen Aufgaben, unter der großen Zahl der Bilderbücher zu Winter und Weihnachten einige wenige auszuwählen, die besonders sind. ANDREA WANNER verrät, welche drei es ihr dieses Jahr besonders angetan haben.
Wie entsteht die Idee zu einem Roman, was macht die Arbeit daran aus und was kommt danach? Martin Lechner und Tobias Premper sprechen über ihr Schreiben und ihre in diesem Jahr erschienenen Romane ›Die Verwilderung‹ (Residenz) und ›Sommer Ende‹ (Steidl).
Tom ist nicht nur der jüngste Gespensterjäger aller Zeiten, sondern auch ein echter Weihnachtsmuffel. Und so bekommt er ganz unerwartet das, womit er am wenigsten gerechnet hatte: eine Gespensterjagd an Weihnachten. Auf die hätte er allerdings verzichten können. Von ANDREA WANNER
Walfang ist todesmutiger Kampf, eine blutrünstige Angelegenheit – was hätte das mit Harmonie zu tun? Doch Sut wäre nicht Sut, wenn die Männer sich seinen Worten hätten verschließen können, der Schein trügt. Termoth, dem Hünen, der seinen Schwarzen der ›Marin‹ als Schutzpatron galt, standen Tränen in den Augen, sogar Eldin stellte seine Sorgen zurück.
Keesta, der als heilig verehrte Dorfälteste, führte, so heißt es, sagte Sut, den Walfang an. Der erste Grauwal war in den späten Herbstwochen der Vorbote der großen Wanderung zu den südlichen Lagunen, im ausgehenden Frühjahr kündigte er die Rückkehr ins Beringmeer an.
Wenn der Sommer sich zurückzieht, das Licht sanfter wird, beginnt auf Mallorca die schönste Zeit des Jahres. Im November gehört die Insel an vielen Orten wieder ganz sich selbst. Das Meer hat die Wärme der vergangenen Monate gespeichert, die Strände liegen in nachsaisonaler Ruhe. Von MARC PESCHKE
Ein fast sechsseitiges Inhaltsverzeichnis, über 400 Seiten insgesamt und sechs Autoren und Autorinnen, das ist schon ein großartiges Buch und der Inhalt, das sei vorweggenommen, er hält, was seine formale Üppigkeit verspricht Von BARBARA WEGMANN
In ›Des Kaisers neue Kleider‹ begeistert das Stadttheater Pforzheim mit einer farbintensiven, witzigen und modern erzählten Inszenierung, die Kinder wie Erwachsene gleichermaßen mitreißt. Das temporeiche Spiel, starke Darsteller und ein Bühnenbild im Stil des Memphis Designs machen die Premiere zu einem lebhaften Erlebnis voller Humor, Aussagekraft und Überraschungen - findet JENNIFER WARZECHA
Mit Yoko hat Bernhard Aichner vor einem knappen Jahr einen Thriller vorgelegt, der ganz in der bewährten Manier dieses Osttiroler Autors den blutigen Rachefeldzug einer von Mitgliedern einer chinesischen Triade aufs Korn genommenen Frau gegen ihre Peiniger thematisierte. Nun folgt mit John die Fortsetzung der Abenteuer dieser sich schließlich in eine neue, männliche Identität flüchtenden Figur. Auf einer griechischen Insel hat sich Yoko unter dem naheliegenden Namen John in Sicherheit vor all ihren Verfolgern gebracht. Doch nicht nur die Polizeihauptkommissarin Katrin Liebermann, die Yoko seit Jahren auf die Spur zu kommen versucht, sondern auch eine zweite Frau aus ihrer alten Heimat erkennen in John die von Polizei wie Triaden Gesuchte. Beide haben je eigene Pläne mit der Enttarnten. Und Yoko muss, ob sie will oder nicht, auch als John wieder töten. Von DIETMAR JACOBSEN
Ein Adventskalender zum Vorlesen: 24 kurze Kapitel und eine so überaus bezaubernde Geschichte, dass man sich wünschen wird, es wäre nur noch das ganze Jahr Adventszeit. BARBARA WEGMANN hat sie gelesen.
Von welchem Leben träumt ein junges Mädchen, das sich benachteiligt fühlt und ungeliebt? Wie sollte die Zukunft für sie aussehen, wenn sie die Wahl hätte? Keine leichte Frage, die sich Serin stellen muss, als sie tatsächlich ein Ticket für den Regenzaubermarkt bekommt, wo sie ihr unglückliches Leben in ein glückliches eintauschen kann. Von ANDREA WANNER
Die Makah jagten den Wal anders als wir, sagte Sut.
Wie könne man den Teufelsfisch anders erlegen, fragte LaBelle verwundert, das interessiere ihn.
Auf hoher See, sagte Mahorner, jage man den Wal anders als wir mit der ›Boston‹ in den Lagunen, sei es das?
Nein, das meine er nicht, hielt Eldin dem rüde entgegen. Er war gereizt, eine Schulter schmerzte, alle Pläne drohten wie ein Kartenhaus einzustürzen, die Männer hatten ja keine Ahnung, doch er würde sich hüten, davon zu sprechen.
Nach mehreren Bänden Tagebüchern von Alice Schmidt sind jetzt auch die Tagebücher von Arno Schmidt erschienen. Es sind oft nur knappe Notizen, aber zusammen mit den erläuternden Kommentaren fächern sie eine interessante und nicht einfache Persönlichkeit auf, die ein grandioses Werk hinterließ. In einer großformatigen Kladde schrieb Arno Schmidt fünf Jahre lang ein eigenes Tagebuch, es gibt Aufschluss über sein Arbeitsethos, persönliche Nöte und seine finanzielle Lage. GEORG PATZER hat es gelesen.
Religion, Moral, Resozialisierung, Alkoholsucht, Tränen, Schusswaffen - und Apfelkuchen. All das kommt in der zynisch, bissig-bösen schwarzen Komödie ›Adams Äpfel‹ im marotte Figurentheater beim Besuch dort zusammen. Sebastian Kreutz, der seit 2007 Dauergast bei der marotte und schon in zahlreichen Inszenierungen am Badischen Staatstheater zu sehen war, spielt mit Dynamik, pointiert und bissig, sodass das Publikum sich an manchen Stellen schier nicht vor Lachen einkriegt. Von JENNIFER WARZECHA
Wie beeinflussen Regeln, Systeme und Mechaniken historisierender Games unser Bild von Geschichte? Public-History-Experte Damien Ney spricht mit RUDOLF THOMAS INDERST über die Entstehung seiner Studie, zentrale theoretische Modelle und die Herausforderungen einer noch jungen Forschungsrichtung.
Manche kennen Mari vielleicht. In dem Bilderbuch ›Ich bin Mari‹ haben ihre Eltern ihre Tochter, die nicht richtig sprechen kann, selbst zu Wort kommen lassen. Und jetzt gibt es quasi eine Fortsetzung: Mari entführt uns in eine ganz besondere Märchenwelt. Von ANDREA WANNER
»Das Tragische gefällt mir, weil es mehr Nähe ermöglicht als das Komische, es ist viel gegenwärtiger«, hat der Schweizer Autor Peter Stamm vor einigen Jahren in einem Interview mit dem Zürcher Tages-Anzeiger erklärt. Der 62-jährige Stamm hatte zuletzt in seinem Roman In einer dunkelblauen Stunde (2023) von einem gescheiterten Filmprojekt, einer verlorenen Jugendliebe und den Geheimnissen des schriftstellerischen Schaffens erzählt. Sein Roman Agnes wurde 2016 von Johannes Schmid unter demselben Namen verfilmt. Beruhend auf der Kurzgeschichte »Der Lauf der Dinge« war 2019 der Spielfilm Was wir wollten« von Ulrike Kofler entstanden. Über mangelnden Erfolg und fehlende öffentliche Anerkennung kann sich der in Winterthur lebende Autor wahrlich nicht beklagen. Von PETER MOHR
Zitrone oder Buttermilch helfen angeblich gegen die kleinen, harmlosen Pigmentflecken, die vor allem bei heller Haut durch Sonnenlicht entstehen. Und Sommersprossen treten gern gemeinsam mit roten Haaren auf. Eigentlich sehr hübsch, aber wer möchte schon Streuselnase oder Erdbeerkopf gerufen werden, fragt sich auch ANDREA WANNER.
Die Makah, jene südliche indigene Gemeinschaft, von der er erzähle, sagte Sut, lebten am Kap Flattery auf der Olympic-Halbinsel südlich der Juan de Fuca-Straße.
Nicht mehr in Kanada, fragte Harmat.
Das Kap Flattery sei Territorium der USA, sagte Mahorner.
Eldin legte einen Scheit Holz ins Feuer.
Crockeye rückte näher an die Flammen.
Sanctus schlug Akkorde auf seiner Gitarre an.
Ein Kribbeln in der linken Hand,
als wollte sie mir sagen,
daß der Bruch nicht ausgeheilt ist
und das Gelenk nicht belastbar,
daß ich mich auf nichts verlassen kann.
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