Roman | Bettina Balàka: Die Tauben von Brünn Ein Kriminalfall, ein Stück Zeitgeschichte aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, das einfühlsame Porträt einer Frau, die sich als Vollwaise durchschlagen muss und ein Roman über Tauben, die alles andere als nicht so gern gesehene »Ratten der Lüfte« sind. Dieser sehr dichte Roman von Bettina Baláka Die Tauben von Brünn hat ausgesprochen viel zu bieten – findet jedenfalls BARBARA WEGMANN.
Kurzprosa | Jostein Gaarder: Genau richtig »Vorhin war ich bei Marianne, und mir ist klar, dass von nun an alles verändert ist.« Mit diesem Satz des Lehrers Albert eröffnet der norwegische Schriftsteller Jostein Gaarder seine neue kurze Erzählung Genau richtig. Albert bekommt von seiner Ärztin Marianne, die zufällig auch seine Jugendliebe war, die Nachricht, dass er unheilbar an ALS erkrankt ist und sein Nervensystem peu à peu versagen wird. Vielleicht drei, wahrscheinlich aber nur etwas mehr als ein Jahr bleibt ihm, so die düstere Prognose der Medizinerin. Von PETER MOHR
Kinderbuch | Nele Brönner: Zitronenkind Schon Heinz Erhardt hat die heimlichen Wünsche der Zitronen herausgefunden: »Wir Zitronen, wir wollen groß sein wie Melonen! Auch finden wir das gelb abscheulich, wir wollen rot sein, oder bläulich!« Und jetzt erzählt Nele Brönner von einem Zitronenkind, das auch seinen ganz eigenen Kopf hat. ANDREA WANNER hat Spaß daran.
Sachbuch | Jürgen Herler: Hände in die Erde! Ändern wir doch einfach mal die Perspektive, nicht der weite Blick über Anbauflächen, über Felder und Plantagen, sondern der vertikale Blick: Gemüse- und Obstanbau von unten nach oben oder umgekehrt, Balkone und Terrassen als Anbauareale, Hauswände und flache Dächer als Basis für Grünes. BARBARA WEGMANN ist von der Idee begeistert.
Gesellschaft | Peter Engel, Günter Emig (Hg.), Die untergründigen Jahre Niemand zählt noch Epochen. Oh, das fiel Ihnen bislang gar nicht auf? Noch immer scheint ungewiß, ob die Postmoderne abgeräumt ist, und falls ja, seit wann genau, und wo wir uns derzeit befinden. Intelligenz, verkünden die Großfürsten der digitalen Verwirrung, sei jetzt künstlich, und seit neuestem, lesen wir, gibt es lebenden Beton. Na denn. Von WOLF SENFF
Kinderbuch | D.Bell / A.Colpoys: Alfie und der Clownfisch Kinder entwickeln sich unterschiedlich, manche haben mehr Angst, andere sind Draufgänger. Dass es nichts nützt, die Langsamen zu drängeln, erzählt ein neues Bilderbuch in einer eindringlichen Geschichte. Von GEORG PATZER
Roman | Franz Dobler: Ein Schuss ins Blaue Zum dritten Mal nach Ein Bulle im Zug (2014) und Ein Schlag ins Gesicht (2016) schickt Franz Dobler seinen Ex-Bullen Robert Fallner auf Verbrecherjagd. Diesmal winkt dem in der Sicherheitsfirma seines Bruders Hans Tätigem sogar eine nicht unbeträchtliche Summe, sollte es ihm und seinen Kollegen gelingen, einen islamistischen Extremisten dingfest zu machen, bevor der größeren Schaden anrichten kann. Aber warum verhält sich dieser Iraker so gar nicht wie ein Terrorist, während sich die Atmosphäre um ihn und seine Beobachter herum von Tag zu Tag mehr mit Fremdenfeindlichkeit auflädt? Von DIETMAR JACOBSEN
Roman | J. M. Coetzee: Der Tod Jesu Zum 80. Geburtstag des Literatur-Nobelpreisträgers J.M. Coetzee am 9. Februar erscheint der Roman ›Der Tod Jesu‹. PETER MOHR über den gefeierten Schriftsteller, der lange Zeit ein Geheimnis um seine Vornamen machte.
Sachbuch | Seelenwärmer Suppen Suppen hatten schon immer das gewisse Etwas, vielleicht liegt es ja daran, dass man eine Suppe langsamer isst, als das Tellergericht: Die Suppe ist heiß, man pustet, man inhaliert Gewürze und Essenzen, der Duft fördert Appetit und Hunger. So werden sie viel eher als jedes noch so wunderbare Gericht zu Seelentröstern und »Seelenwärmern«. BARBARA WEGMANN erinnert sich und blättert sich gleichzeitig durch über 60 schmackhafte Rezepte.
Roman | Gregor Sander: Alles richtig gemacht »Es interessiert mich beim Erzählen: das Vergehen von Zeit. Und was es mit Menschen macht«, bekundete der 51-jährige Schriftsteller Gregor Sander kürzlich in einem Interview über seinen nun erschienenen dritten Roman. Nach einer Schlosserlehre hatte er zunächst in Rostock Medizin studiert und war dann (wie seine Protagonisten) nach Berlin gezogen und zur Germanistik und Philosophie gewechselt. PETER MOHR über Gregor Sanders neuen Roman ›Alles richtig gemacht‹

