Digitales | Games: Slender DANIEL APPEL hat offensichtlich zum gleichen Medienartefakt wie VOLKER BONACKER gegriffen. Auch er untersucht einen momentan überall präsenten Grusler …
Digitales | Games: Slender DANIEL APPEL hat offensichtlich zum gleichen Medienartefakt wie VOLKER BONACKER gegriffen. Auch er untersucht einen momentan überall präsenten Grusler …
Gesellschft | Rodolfo Walsh: Wer erschoss Rosendo García? 23.07.2012 Mit Wer erschoss Rosendo García? bringt der Züricher Rotpunkt Verlag jetzt das dritte Buch des großen argentinischen Schriftstellers und Journalisten Rodolfo Walsh heraus. Es ist eine messerscharfe Analyse des »Dramas der peronistischen Gewerkschaftsbewegung nach 1955« und gleichzeitig, auch nach über vierzig Jahren, ein faszinierendes Stück Literatur. Von PIEKE BIERMANN
Sachbuch | Tim Weiner: FBI Nach seinem mehrfach preisgekrönten und von Kennern der Materie bestaunten Buch CIA. Die ganze Geschichte (2007, dt. 2008) hat sich Tim Weiner ein weiteres »Sicherheitsorgan« vorgeknöpft, das zuverlässig für Amerikas schlechten Ruf – nicht zuletzt dank Hollywood in aller Welt – sorgt. Jetzt ist FBI. Die wahre Geschichte einer legendären Organisation auf Deutsch erschienen. Von PIEKE BIERMANN
Film | DVD: Alban Berg – Lulu Nur zwei Jahrzehnte liegen zwischen der Entstehung des Rosenkavaliers und der Fragment gebliebenen Lulu. Was aber bei der Oper von Richard Strauss irritiert (und manche Fans gerade begeistert), dass Hugo von Hofmannsthal ein völlig anachronistisches Libretto beigesteuert hat, trifft auf Alban Bergs zweite Oper nicht zu: Hier haben mit Wedekinds Stück, das er aus seinem Erdgeist und der Büchse der Pandora kombiniert hat, und der Komposition des Schönberg-Schülers zwei Kunstformen zusammengefunden, die auf der Höhe der Zeit standen und bis heute den Anspruch der Modernität bewahrt haben. Von THOMAS ROTHSCHILD
Digitales | Games: Spec Ops: The Line Da geht noch was: VOLKER BONACKER hat sich mit ›Spec Ops: The Line‹ ins Herz der Finsternis gewagt, um nach einer Antwort auf die Frage zu suchen, ob es abseits wehender Fahnen und Alphamännchen-Überkrieger nicht auch anders funktionieren kann.
Gesellschaft | Rainer Barbey: Recht auf Arbeitslosigkeit? Recht auf Arbeitslosigkeit? kommt als Anthologie mit Texten von Ökonomen und Philosophen aus der Zeit seit 1800 daher, herausgegeben von Rainer Barbey. THOMAS ROTHSCHILD hat hineingeschaut.
Film | DVD: Deutsche Stummfilmklassiker – Der komische Kintopp Der Begriff »Kino« wurde aus dem griechischen Wort für »Bewegung« gebildet. Das Kino war, ehe es literarisiert wurde, in erster Linie ein Medium der Bewegung. Das bewegte Bild war der Köder für die Zuschauer. Das hatte das Kino, reproduzierbar, den anderen Künsten voraus. Als »Kunst« im engeren Sinne etablierte es sich erst später. Von THOMAS ROTHSCHILD
Kulturbuch | David Graeber: Schulden Zurzeit scheint David Graeber everybody’s Knuddel-Radikalinski zu sein. Der gelernte und lehrende Anthropologe mit dem kecken Jungsgesicht düst von Occupy!-Camp zu Occupy!-Camp, bedient zwischendurch allerlei Medien mit frisch-fröhlichen Interviews, heimst Jubelrezensionen in unseren meinungsmachenden Blättern und sogar verbale Streicheleinheiten von manchem Banker ein. Dabei ist das, was er der Welt zu sagen hat, keine leichte Kost, sondern ein wissenschaftlich fundierter Generalangriff auf den Kapitalismus. Wie man seinem 400-Seiten-Werk Schulden. Die ersten 5000 Jahre entnehmen kann. Von PIEKE BIERMANN
Menschen | Friederike Wißmann: Hanns Eisler Friederike Wißmanns ansprechende Biographie des Komponisten Hanns Eisler – von HANS-KLAUS JUNGHEINRICH
Musik | Bobby Darin: This is Darin/That’s All Der Film mit Kevin Spacey hat ihn in Erinnerung gerufen: Bobby Darin. Bei uns, in Europa, war er in den späten fünfziger Jahren, zur gleichen Zeit etwa wie Perry Como oder Dion and the Belmonts, vor allem als Popsänger bekannt, durch den Ohrwurm Dream Lover und durch seine Version von Mack the Knife, die mit Louis Armstrongs älterer Bearbeitung von Kurt Weills Komposition konkurrierte. Von THOMAS ROTHSCHILD
Digitales | Games: Digitaler Rückblick: Juni 2012 Jeden ersten Dienstag im Monat blickt das Ressort Digitale Spiele zurück auf lesenswerte und wichtige Texte zum Thema Spielekultur. Wir versuchen, einen Überblick zu schaffen und Aufmerksamkeit auf deutsche Texte zu lenken, wollen aber auch den englischsprachigen Raum, der zurzeit ein Synonym für informierte Spielekritik ist, nicht aus den Augen lassen. Von DENNIS KOGEL, CHRISTOF ZURSCHMITTEN, VOLKER BONACKER und PETER KLEMENT
Digitales| Gesellschaft | Die Sexismus-Debatte im Juni 2012 Der Juni 2012 brachte eine bemerkenswerte Diskussion hervor: Die Geschlechter-Problematik wurde in der Spiele-Industrie und der sie umgebenden Kultur zwar schon öfters angesprochen. Doch nie zuvor wurde die Diskussion derart breit und entschieden geführt. Wie nachhaltig sie ist, wird sich erst noch beweisen müsst; trotzdem scheint dieser Monat einen wichtigen Moment zu markieren: Den – oder zumindest einen – wichtigen Moment der Bewusstwerdung des Sexismus-Problems in der Industrie – und zwar nicht nur als vereinzeltes Phänomen, sondern als strukturelles. Ein Überblick von CHRISTOF ZURSCHMITTEN, VOLKER BONACKER, PETER KLEMENT und DENNIS KOGEL.
Kulturbuch | Lucien Deprijck: Die Inseln, auf denen ich strande Schiffbrüche sind uralter Stoff, den Menschen sich vermutlich erzählen, seit sie sich wieder aufs Wasser getraut haben, aus dem sie sich Millionen Jahre vorher herausmutiert hatten. Lockende Ferne, unvorstellbare Gefahren, exotisch-erotische Abenteuer, Überleben bei unsicherem Ausgang… Auch spätere Schriftsteller haben den Raum aus Weltkenntnis und Phantasie immer wieder genutzt, für wohlig-schauriges Entertainment ebenso wie für bissige Zeitkommentare. Eine neue, ganz eigene Spielart des Themas bieten die von Christian Schneider illustrierten und von Lucien Deprijck erzählten Inseln, auf denen ich strande. Von PIEKE BIERMANN
Gesellschaft | Ines Geipel: Der Amok-Komplex Wie bewundernswert eine Gesellschaft umgehen kann mit einem Massenmord, der ihr tiefe, vielleicht nie ganz vernarbende Wunden zugefügt hat, konnte man gerade am Prozess gegen den Attentäter von Oslo und Utøya studieren. Auch um ihn und seine Tat geht es in Ines Geipels neuem Buch Der Amok-Komplex oder die Schule des Tötens. Aber auch um den Versuch, einem erschreckend »modernen« und medial verstrickten Gewaltphänomen literarisch beizukommen. Von PIEKE BIERMANN
Musik | Barney Kessel & Hampton Hawes: Quartet Quintet Es gibt Theoretiker, die sagen, es sei der Swing, was den Jazz ausmache. Sie kommen bei dieser CD voll auf ihre Rechnung. Barney Kessel war der wohl bedeutendste Jazzgitarrist der fünfziger Jahre. Obgleich er vom damals aktuellen Bebop geprägt war, ist seine Musik immer noch dem Swing verhaftet, ohne banal zu werden, wie das gelegentlich selbst einem Giganten wie dem nur zwei Jahre jüngeren Pianisten Oscar Peterson passierte. Von THOMAS ROTHSCHILD
Musik | Stimmen Bayerns: Der Rausch Gedichte, Kurzgeschichten, Songs, Sketche und mehr. Nach Die Liebe und Der Tod folgt mit Der Rausch der nächste essentielle Baustein dieser einzigartigen Enzyklopädie der bayerischen Seele. Prost, sagt TOM ASAM.
Gesellschaft | Josef Braml: Der amerikanische Patient Nach einer Analyse von George W. Bushs Außenpolitik im Jahr 2005 legt Josef Braml nun mit Der amerikanische Patient eine provozierend klare Zustandsbeschreibung vor und überlegt, was der drohende Kollaps der USA für die Welt bedeutet. Von WOLF SENFF
Digital | Games: E3-Nachlese Die Leitmesse der Spieleindustrie ist vorbei – die Tore der E3 in Los Angeles sind wieder geschlossen. Vier TITEL-AutorInnen kommen zusammen, um ein persönliches Fazit zu ziehen.
Kulturbuch | Ehn / Löfgren: Nichtstun Die Muße einer Siesta wird heute immerhin nicht mehr überall als unproduktiver Gegensatz zur Arbeit verteufelt. Auch Nicht-Tätigkeit hat ihre sozialkompatiblen Funktionen. Aber wie sieht das bei den vielen anderen kleinen und größeren »Leerzeiten« aus – Rumstehen an Bushaltestellen oder vor Supermarktkassen beispielsweise? Ist das nicht »verlorene Zeit« fürs Individuum wie fürs Kollektiv? Im Gegenteil, zeigen Billy Ehn und Orvar Löfgren in ihrer fulminanten Studie Nichtstun. Eine Kulturanalyse des Ereignislosen und Flüchtigen. Von PIEKE BIERMANN
Sachbuch | Yfaat Weiss: Verdrängte Nachbarn Über »Israel« und »die Juden« hat hierzulande anscheinend jeder eine Meinung und verkündet sie neuerdings auch immer dröhnender. Inzwischen grassiert eine fatale Paarung von Meinungsstärke und Kenntnisschwäche. Dabei gibt es Informationen zuhauf über die komplexen Hintergründe dessen, was plakativ »Nahostkonflikt« heißt. Zum Beispiel das neue Buch der jüdisch-israelischen Historikerin Yfaat Weiss, Verdrängte Nachbarn: Wadi Salib – Haifas enteignete Erinnerung. Von PIEKE BIERMANN
Musik | Arild Andersen: Celebration Dies ist eine außergewöhnliche CD. Sie ist es zunächst wegen ihrer Besetzung: Ein Solo-Kontrabassist mit einem Jazzorchester ist keine alltägliche Angelegenheit. Und sie ist es wegen des Repertoires: Nicht die Stücke eines Komponisten sind hier zusammengestellt, sondern Stücke eines Labels, des Labels, auf dem auch die CD selbst erschienen ist, ECM. Von THOMAS ROTHSCHILD
Sachbuch | Glenn L. Carle: Interrogator. In den Verhörkellern der CIA MANFRED WIENINGER taucht mit ›Interrogator. In den Verhörkellern der CIA‹ von Glenn L. Carle in eine kafkaeske Welt ein.
Kulturbuch | Die ersten vier Bände »Opernführer kompakt« Die junge Autorengeneration meldet sich in einer Taschenbuchreihe. Von HANS-KLAUS JUNGHEINRICH
Digitales | Game: DiRT Showdown Es ist der endgültige Abgesang auf die spritfressenden Stylepferde der US-Autoindustrie. Und Codemasters setzt diesen mit ›DiRT Showdown‹ ein würdiges Denkmal. Auf-der-rechten-Spur-mit-Muttis-Skoda-Fahrer RUDOLF INDERST setzt sich hinter das Steuer und lässt die AI Blech und Öl schmecken.
Hörbuch | Gerhard Polt: Opus Magnum Da werden zur Feier des Tages schon mal die verstaubten Lateinkenntnisse herausgekramt: Schließlich feierte Gerhard Polt, der profunde Connaisseur des alten Römischen Reiches, Anfang Mai seinen 70. Geburtstag. Selbstverständlich wurde mit Ehrungen aller Arten nicht gegeizt. Der Schweizer Kein & Aber Verlag hat ihm etwas ganz Großes gewidmet: Das Opus Magnum, die gesammelte auditive Werkschau von Gerhard Polt ist dort auf insgesamt 9 CDs erschienen. MIRJAM STUTZMANN hat sich diese achteinhalb Stunden gegönnt.
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