Jugendbuch | Anna Woltz: Atlas, Elena und das Ende der Welt
Manche ersten Begegnungen stehen einfach unter keinem guten Stern. Dazu gehört eindeutig die von Elena und Atlas. Aber es kommt noch schlimmer. Von ANDREA WANNER
Manche ersten Begegnungen stehen einfach unter keinem guten Stern. Dazu gehört eindeutig die von Elena und Atlas. Aber es kommt noch schlimmer. Von ANDREA WANNER
»Stille Post« oder »Flüsterpost« ist ein wunderbares Spiel: Die von einem zum anderen flüsternd von Mund zu Ohr weitergegebene Nachricht verändert sich von einem von einem Teilnehmer zum nächsten und sorgt für Lacher, wenn am Ende verkündet wird, was der Letzte verstanden hat und was die Originalnachricht war. Für Bär und Maus führt genau dieses Prinzip zu einer wunderbaren Lösung eines Problems, freut sich ANDREA WANNER
Weshalb niemand über Vorsorge redet, Tilman, das verstehe, wer will.
Die aktuelle Debatte liegt falsch?
Sie reden darüber, die Extreme auszubremsen, sie wollen den CO2-Ausstoß begrenzen und streiten über Zahlen.
Das wäre keine Vorsorge?
Nein, das ist der Versuch, eine rasante Entwicklung zu entschleunigen, ohne die zugrundeliegenden irrigen Abläufe anzutasten.
Zugegeben, es sind nicht die Orte, die für Besichtigungen unbedingt an allererster Stelle stehen, aber nach dieser Bildband- Lektüre werden sie mit BARBARA WEGMANN übereinstimmen, dass es so manche Friedhöfe gibt, manche Rituale um den Tod, die es lohnen, sie zu besuchen, sich mit ihnen zu beschäftigen und auseinanderzusetzen.
›Grand Theft Auto‹ (›GTA‹): in Kürze die weltweit erfolgreichste Videospielreihe. Ein Rückblick aus 2025 auf 28 Jahre und 16 Spiele – von Dr. DANIEL MEIS
Eigentlich will es Frühling im Wald werden, aber erste Leberblümchen ziehen erschrocken ihre Köpfe ein, eine Waldschnecke verkriecht sich, ein Igel traut sich dann doch nicht aus seiner Winterbehausung. Was ist da nur los, fragt sich ANDREA WANNER
Pauli, Eliotts Freundin, ist plötzlich verschwunden. Eliott meint, sie sei in einen Hut gefallen, aber das kann keiner glauben. Nur: Sonst ist sie nirgends zu finden. Notgedrungen müssen sich doch mit einem Menschen wegen Eliotts verrückter Behauptung auseinandersetzen. Von ANDREA WANNER
In dem Roman »Die große Versuchung« befasst sich der peruanische Schriftsteller Mario Vargas Llosa mit der Musik seines Heimatlandes. Von BETTINA GUTIERREZ
Karttinger, wieso Karttinger, was ist mit Karttinger?
Was fragst du mich, Farb?
Du vermißt ihn nicht?
Er ist kein unterhaltsamer Gesprächspartner, das war er nie, er ist ein Griesgram, ein Misanthrop.
Für jeden Charakter eine Schublade, das klingt aber wenig ergötzlich, Tilman.
Er frage sich, sagte Farb, wie der Mensch damit umgehen werde, daß Regionen nach und nach unbewohnbar würden.
Schwierig, sagte Wette, das Problem sei real, werde aber so nicht diskutiert, sondern man erwecke den Eindruck, der Schaden, sei er noch so groß, lasse sich wieder reparieren, wenn nur genügend Geld verfügbar sei, von Wiederaufbau sei die Rede, die Debatte werde parteipolitisch instrumentalisiert, es gebe Schuldzuweisungen, sagte Wette, doch man ignoriere den Hinweis, daß die verheerenden Feuer kein einmaliges Ereignis blieben, und niemand frage, wie mit der Zerstörung dieser Regionen umzugehen sei, in der öffentlichen Debatte werde abgelenkt, Nebenkriegsschauplätze werden eröffnet, Schattenboxen, Spiegelfechterei.
»Momente der Freiheit« lautet das Motto des feinen, schön gestalteten Literaturkalenders 2025 der Edition Momente. Von BETTINA GUTIERREZ
Verletzungen kleiner Art gehören zum Kinderalltag. Pflaster drauf und vergessen. Aber eigentlich ist so ein Unfall unfassbar spannend, wenn man mal genau hinschaut, findet ANDREA WANNER.
Ein Roman von Ross Thomas (1926 – 1995) kann eigentlich nicht dick genug sein. Wer diese Meinung teilt, wird an dem vorletzten Band der verdienstvollen Ross-Thomas-Werkausgabe des Berliner Alexander Verlages seine helle Freude haben. Denn in der vollständigen deutschen Neuübersetzung von Gisbert und Julian Haefs ist Thomas‘ im Original mit der von Mark Twain entliehenen Titelzeile The Fools in Town Are on Our Side überschriebener Roman aus dem Jahre 1970 sage und schreibe 580 Seiten lang. Dass die erste deutsche Ausgabe unter dem Titel Unsere Stadt muss sauber werden (Ullstein 1972) gerade einmal 144 Seiten zählte, sagt wohl alles über den bisherigen Umgang mit einem der Top-Thrillerautoren des letzten Jahrhunderts aus. Gottseidank ist die üble Kürzerei, die vom unverwechselbaren Stil des Autors nicht viel übrig ließ, nun vorbei. Endlich kann auch Ross Thomas‘ sechster Roman, der zu keiner seiner Reihen zählt, von seinen heutigen Leserinnen und Lesern so rezipiert werden, wie er vor über fünfzig Jahren geschrieben wurde. Und natürlich ist das erneut ein großartiges Leseerlebnis. Von DIETMAR JACOBSEN
Karl und Rosa leben mit ihren Eltern auf einem Hof. Das Leben ist nicht einfach, viel Abwechslung gibt es nicht. Aber es reicht zum Leben, Überschüssiges wird auf dem Markt verkauft und sie sind zufrieden. Es soll nicht so bleiben. Von ANDREA WANNER
Sie sind von Sinnen.
Von wem redest du?
Gramner rede von der Moderne, er sei besessen von diesem Thema, sagte Pirelli, man müsse ihn verstehen, Ausguck.
Ich weiß, ich weiß. Der Ausguck lächelte. Die Zivilisation kollabiert. Was ist es diesmal?
Das sei nicht lustig, Ausguck, sagte Pirelli.
Der Ausguck stand auf, nahm einige Schritte Anlauf und schlug einen Salto.
Was habe er sich nur immer mit seinem Salto, fragte sich Crockeye.
Eldin legte einen Scheit Holz ins Feuer.
Wie wurde aus einem kritisch beäugten Zeitvertreib ein weltweit beachtetes Kulturgut? Im Interview mit den Machern des ersten Computerspielemuseums spricht RUDOLF INDERST über die Geschichte einer Kulturinstitution, die Herausforderungen der digitalen Bewahrung und ihr neues Buch darüber.
Heinz Strunks neuer Roman taucht tief in die Abgründe und Absurditäten einer Heilanstalt ab, in der »jede Wunderlich-, Bockig-, Schrulligkeit toleriert« wird und eigene Gesetzmäßigkeiten gelten. Ob thematische Anleihen und ein geschickt gewähltes Erscheinungsdatum die wagemutige Titelgebung Zauberberg 2 legitimieren, hängt vom Blickwinkel ab. Von INGEBORG JAISER
Ein windschiefes altes Haus, das ewig leer stand und in das keiner einziehen wollte, wird das neue Zuhause von Sam, ihren beiden älteren Brüdern Gabriel und Fleming und ihrer Mutter. Gørja ist auf den ersten Blick eine ganz normale kleine Stadt, auf den zweiten Blick gibt es dort jede Menge Geheimnisse und ungelöste Rätsel. Das wäre eine superspannende Sache, gäbe es da nicht einen schrecklichen Verdacht. Von ANDREA WANNER
Gleich zwei wunderschöne Bilderbücher beschäftigen sich ausgiebig mit dem Nichts – und mit seinem Gegenteil, dem Alles. Da kommt man ganz schön ins Nachdenken über etwas, das nicht so wenig ist, wie es auf den ersten Blick scheint, findet ANDREA WANNER.
Der Walfang wäre ertragreich.
Wir werden uns einige Tage gedulden müssen, Ausguck.
Ich weiß. Die Pause hat positive Seiten, oder?
Wenn du mich fragst – der Grauwal imponiert mir. Was für eine gewaltige Fluke! Alle Achtung!
Damit schlägt er jede Schaluppe kurz und klein.
Er weiß das nur nicht.
Wir werden es ihm nicht verraten, Thimbleman.
Der Ausguck lachte, stand auf und sah hinaus auf die Lagune.
Was für ein eindrucksvolles literarisches Debüt! »Die eindringliche, literarisch anspruchsvolle Schilderung des DDR-Alltags und die vielschichtige Charakterzeichnung Utas«, hat die Jury des Jürgen Ponto-Preises Clemens Böckmanns ersten Roman bereits vor dessen Veröffentlichung gerühmt. Von PETER MOHR
Arno Schmidt war kein einfacher Zeitgenosse, aber einer der avanciertesten und kritischsten Autoren seiner Zeit. Mit vielen Autoren und Intellektuellen war er befreundet, mit einigen arbeitete er zusammen. Die Arno-Schmidt-Stiftung publiziert in schöner Regelmäßigkeit die wunderbar edierten und kommentierten Briefwechsel, etwa mit Alfred Andersch oder Eberhard Schlotter. Als sechster Band ist jetzt der Briefwechsel mit dem Philosophen Max Bense erschienen, in dem sich Schmidts einmal für die »vielen unleserlichen Postkarten« bedanken. GEORG PATZER hat den Briefwechsel gelesen.
Wer der Natur Schaden zufüge, werde selbst Schaden erleiden, sagte Gramner, so einfach sei das.
Bildoon lachte. Wenn du den Hund angreifst, schnappt er nach dir.
Oder so, sagte Gramner, wer wüßte das nicht.
Primitives Volk, sagte London, unverbesserlich, Gramner zeichne den Menschen der sogenannten Moderne.
Wie blind könne man sein, sagte Thimbleman.
Eigentlich hat ihn der deutsche Abwehr-Mann Adrian de Groot – von Hause aus Philologe, Literaturkenner und Übersetzer – 1940 aus einem spanischen Gefängnis nach Berlin geholt, damit er eine wichtige Rolle bei der geplanten deutschen Invasion Großbritanniens spielen kann. Denn Proinnsias Pike war gut vernetzt in der irischen IRA-Szene, bevor er sich den Internationalen Brigaden in Spanien anschloss und dort in Gefangenschaft geriet. Nun könnte er den Nazis von Nutzen sein, die sich auf der Suche nach Verbündeten auf der Insel befinden und dazu auf die jahrhundertealte Abneigung der Iren gegenüber den Engländern aufzubauen gedenken. Der Plan ist gut überlegt – aber haben sich die Deutschen tatsächlich den Richtigen für seine Umsetzung ausgesucht? Von DIETMAR JACOBSEN
»Es war einmal ein König, der hatte zwölf Töchter, eine immer schöner als die andere.« So beginnt das Märchen ›Die zertanzten Schuhe‹, zu finden in den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm. ANDREA WANNER gefiel die Umsetzung von Patricia Thoma in ihrem gleichnamigen Bilderbuch besonders gut.
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