TITEL-Textfeld | Wolf Senff: Lebensgefährlich
Ob das schwer zu verstehen sei.
Gut gefragt, Farb.
Doch sei das nicht jedem bekannt.
Das sollte man annehmen.
Ob das schwer zu verstehen sei.
Gut gefragt, Farb.
Doch sei das nicht jedem bekannt.
Das sollte man annehmen.
An einem durchlässigen Tag
greift alles ineinander,
die Teile finden sich wie von selbst
und wachsen zu etwas zusammen,
was haltbar ist und durch die Stunden
trägt, als wäre es vorbestimmt.
Am 3. Juni 1924 starb einer der bedeutendsten Autoren des 20. Jahrhunderts: Franz Kafka. Bis in die Gegenwart hinein hat sein Werk nichts an seiner Faszination verloren, in beeindruckenden Schilderungen und Metaphern führt es uns durch die Absurditäten und Düsternisse der modernen Welt. Sein Name wurde zum Adjektiv »kafkaesk« und Synonym für das Groteske und Labyrinthische des Lebens. Er veröffentlichte einige seiner Werke zu Lebzeiten, darunter ›Der Prozess‹ und ›Die Verwandlung‹, die mit den Worten beginnt: »Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheueren Ungeziefer verwandelt.« Kaum einer der ersten Sätze der Weltliteratur ist berühmter als dieser. Von DIETER KALTWASSER
Am 3. Juni ist Weltfahrradtag: der Traum von einem gesunden und umweltschonenden Transportmittel, zumindest im Nahbereich wird von immer mehr Menschen geteilt. Die kleine Zoé gehört auch dazu. Von ANDREA WANNER
Der Lärm des Lebens – das sind jugendlicher Übermut und Hybris, turbulente Familienszenen und satter Ruhrpott-Sound. Wenngleich untermalt von nachdenklichen, zuweilen schmerzlichen Zwischentönen. Der Schauspieler Jörg Hartmann legt mit seinem literarischen Erstlingswerk Autobiographie, Memoir und unverhohlene Liebeserklärung an die Heimat vor. Von INGEBORG JAISER
POLLE ist ein Comic-Magazin, mit dem Kinder ganz wunderbar in die Welt der Comics einsteigen können, weil es ein buntes Sammelsurium ganz unterschiedlicher Künstler:innen und Stilrichtung ist. Jetzt ist Heft 10 erschienen zum Thema MUT. Total gelungen, findet ANDREA WANNER.
Er galt viele Jahre als Geheimtipp in der literarischen Welt, sein renommierter Landsmann Peter Handke hatte sich vehement für ihn eingesetzt. Doch die große öffentliche Anerkennung errang der Schriftsteller Walter Kappacher erst 2009 nach dem Erscheinen des Romans ›Der Fliegenpalast‹. Danach wurde ihm die wichtigste literarische Auszeichnung des deutschsprachigen Raumes verliehen – der Georg-Büchner-Preis. Von PETER MOHR
Wette, wir könnten Wette einladen.
Wozu?
Wir wären zu viert und spielen Doppelkopf.
Schwierig, Annika.
Weshalb?
Jeder spielt nach anderen Regeln, ständig wird gestritten, etwa darüber, welche Herz zehn gewinnt, eine zuerst oder eine zuletzt ausgespielte, das ist keine reine Freude, auch ob und wann ein Solo gespielt wird, auch wie die Punkte gezählt werden
»Ja, Humor ist natürlich ein Bewältigungsmechanismus, aber auch die einzige Waffe, die ich habe«, hatte die 38-jährige Schriftstellerin Dana von Suffrin kürzlich über ihren neuen Roman erklärt. Für ihren Debütroman Otto (2019), der um einen jüdischen Familienpatriarchen kreiste, war die in München lebende promovierte Historikerin u.a. mit dem Hölderlin-Preis ausgezeichnet worden. Von PETER MOHR
Robinson strandete auf einer einsamen Insel, Jona landet mutterseelenallein auf dem Dach eines dreißigstöckigen Hochhauses und muss mit ihrer unfreiwilligen Isolation klarkommen. Eine echte Herausforderung für ein kleines Mädchen, stellt ANDREA WANNER fest.
Das glückliche Seufzen, der verzückte Blick beim Anblick des eigenen Sprösslings: Wer ist schon frei von solchen Gefühlen und findet die eigenen Nachkommen mit Abstand die gelungensten. Das kann zu ungeahnten Problemen führen. ANDREA WANNER hat sich bestens amüsiert.
Er sehe sich Irrwegen ausgesetzt, sagte Farb, Sackgassen, täuschenden Abzweigungen, wohin das führe, es würden falsche Fragen gestellt.
Zufall, nein, sagte er, das sei kein Zufall und ebenso wenig ein Anzeichen von Demenz, es würden falsche Fährten gelegt.
Annika legte ihr Reisemagazin beiseite.
Tilman schenkte Tee nach, Yin Zhen.
Farb tat sich eine Pflaumenschnitte auf.
Absicht, sagte er, das geschehe mit voller Absicht, die Öffentlichkeit werde auf Glatteis geführt.
Wenn dem Esel zu wohl werde, sagte Tilman, gehe er aufs Eis tanzen.
Annika lächelte. Man wisse sich nicht anders zu helfen, sagte sie.
Gedanken über das Leben und die eigene Existenz, ausgedrückt im Ballett und seinen Tanzbewegungen, in diesem Stück passend zur Stimmung mit schwarzen Kostümen – das erlebte man als Zuschauerin und Zuschauer in ›Alles tanzt! The human condition‹. Die Koproduktion von Volkstheater und Staatsballett Karlsruhe am Badischen Staatstheater zeigte, wie wandelbar und anpassungsfähig man im Alltag, im Leben und im Sterben sein muss.
Es ist wie oft eine Frage der Definition: Kurztrips, was versteht man darunter? Eine schnelle Fahrt am Wochenende ist es hier sicher nicht, aber bei einer Woche wird das Bild schon klarer und überaus attraktiv. 75 Ideen für eine Auszeit, einen Kurzurlaub, spontane Trips. Einfach nur Koffer packen, meint BARBARA WEGMANN
Im Kafka-Jahr erscheinen auch einige Kafka-Comics, die sehr unterschiedlich von diesem Jahrhundertautor erzählten. Von GEORG PATZER
»Ich glaube nicht, dass es nur ein dunkler Roman ist. Das Leben ist nicht linear. Natürlich handelt es sich bei Gewalt um etwas Düsteres, aber dennoch ist sie allgegenwärtig. Trotzdem geht es in diesem Roman auch viel um Zärtlichkeit. Aber es stimmt schon, es ist sicher ein Buch der Unbarmherzigkeit«, hatte die 34-jährige österreichische Schriftstellerin und Fotokünstlerin Valerie Fritsch in einem Interview über ihren Roman Zitronen erklärt. Von PETER MOHR
Die Tochter einer Zauberin zu sein, klingt eigentlich ziemlich cool. So direkt an der Quelle kann man vielleicht von manchem Kunststück profitieren. Aber wenn die eigene Mutter eine fiese, wirklich böse Hexe ist? Ein amüsantes Märchen von Paul Maar, findet ANDREA WANNER
Alice O’Farrell hat einen Fehler gemacht. Einen Fehler, der dem 4-jährigen Bruder der elf Jahre Älteren das Leben kostete. Sechs Jahre später erträgt die junge Frau das Schweigen und die unausgesprochenen Vorwürfe nicht mehr und verlässt über Nacht ihr Elternhaus. In Harrisburg findet sie eine Anstellung als Barfrau in einem schmierigen Stripclub. Nach einer der vielen Nächte, die sie ohne Alkohol nicht mehr übersteht, wacht sie im Bett des Clubbesitzers Terry auf. Ohne zu wissen, wie sie am Vorabend hier landen konnte. Nur eines merkt sie sofort: Der Mann, der neben ihr liegt, lebt nicht mehr. Mit den über 90.000 Dollar – die ebenfalls reichlich vorhandenen Drogen lässt sie liegen –, die sie bei ihm findet, glaubt sie, irgendwo weit weg einen Neuanfang machen zu können. Doch das Geld gehört dem kleinwüchsigen Drogenboss Sinclair. Und der nimmt sofort ihre Spur auf. Von DIETMAR JACOBSEN
Familie Picobello hat einen Garten, der sich sehen lassen kann. Akkurat gestutzte Büsche, ein Rasen wie aus dem Bilderbuch, Symmetrie und Ordnung, wohin man auch schaut. Ihr Gärtner, Herr Bluhm, hat alles Hände voll zu tun. ANDREA WANNER versteht gut, dass es ihm eines Tages zu bunt wird.
»Ich beginne eigentlich erst jetzt, mich richtig für das zu interessieren, was in mir und mit mir passiert ist. Das ist nicht furchtbar viel, weltgeschichtlich gesehen. Aber für mich persönlich, lebensgeschichtlich: alles«, hatte Adolf Muschg 2021 in einem Interview mit dem Schweizer Fernsehen erklärt. Der renommierte Literaturwissenschaftler und vielseitige Poet steckt noch immer voller Tatendrang. Im nächsten Frühjahr soll eine längere Erzählung erscheinen, in der sich Muschg mit seinem (nicht ganz freiwilligen) zweijährigen Internatsaufenthalt im Prättigau (ein Landstrich in Graubünden) auseinandersetzt. Sein Vater war verstorben, als er 13 Jahre alt war, die Mutter befand sich in der Psychiatrie. ›Ich versuche gerade, schreibend auszuloten, was mit mir damals passiert ist«, erklärte Muschg über sein aktuelles literarisches Projekt. Von PETER MOHR
Die zivilisierte Welt sei auf dem Rückzug, ultimativ, sagte Annika und schenkte Tee ein, Yhin Zhen, sie hatte das Drachenservice aufgedeckt, die Temperaturen waren mild.
Farb tat sich eine Pflaumenschnitte auf.
Ob es nicht stets dasselbe sei, fragte er, die einen würden in Luxus oder wenigstens ohne finanzielle Sorgen leben, die anderen, bei weitem die Mehrheit, seien barbarischen Zuständen ausgeliefert, es würden Kriege geführt, zu Millionen irrten die Menschen auf dem Planeten umher, und wer es sich leisten könne, suche in friedfertigen Regionen unterzukommen.
Er nahm einen Löffel Schlagsahne und strich sie sorgfältig auf seiner Pflaumenschnitte glatt.
Thomas Medicus schreibt eine große und brillante Biografie über Klaus Mann. DIETER KALTWASSER stellt sie vor.
Krise ist in den letzten Jahren Dauerzustand und andauernd spitzen sich gesellschaftliche Konflikte zu. Stefanie Sargnagel hat ein Buch geschrieben, dass dorthin geht, wo es am schlimmsten ist: Amerika. Dabei schildert sie alles aus der Perspektive einer deutsch-österreichischen Freundschaft – und gibt mit ihrem ehrlichen Humor ein Stück Hoffnung. Von SVEN BECK
Am zweiten Samstag im Mai, jeweils eine Woche nach dem US-amerikanischen Vorbild, dem Free Comic Book Day, gibt es den Gratis Kids Comic Tag. Dieses Jahr sind am 11. Mai 2024 über 900 Comic- und Buchhandlungen, Bibliotheken und Büchereien in Deutschland, Österreich und der Schweiz mit dabei. Wer mitmacht, findet man hier. Und was es an kostenlosen Comics gibt, verrät ANDREA WANNER
Der Originaltitel spoilert die Story eigentlich schon: ›Six times we almost kissed (and one time we did)‹. Macht aber gar nichts, findet ANDREA WANNER, dafür erzählt Tess Sharpe zu gut.
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