Kinderbuch | Stefanie Höfler: Ameisen in Adas Bauch
Begeisterung, Freude, Ärger, Wut, Angst, Ekel, Trauer, Überraschung: Das Leben steckt volle Gefühle und Ada erlebt sie im Sommer vor ihrer Einschulung alle. ANDREA WANNER ist begeistert.
Begeisterung, Freude, Ärger, Wut, Angst, Ekel, Trauer, Überraschung: Das Leben steckt volle Gefühle und Ada erlebt sie im Sommer vor ihrer Einschulung alle. ANDREA WANNER ist begeistert.
Partys, Missgunst, Rausch und Neid: Mit Nichts in den Pflanzen schreibt Nora Haddada eine Geschichte, die man kennt – und trotzdem gerne liest. Lektüretipp für ein Frühlingswochenende. Von Sven Beck
Da schreibt, singt, reimt, dichtet und erzählt jemand, der Kinderherzen wie kein anderer versteht: der vielseitige Ire John Dougherty, der nun gemeinsam mit dem britischen Illustrator Thomas Docherty ein Kinderbuch schuf, das das Zeug zum Klassiker hat. Von BARBARA WEGMANN
Doch, auch der Mensch, sagte Rostock, selbstverständlich.
Er werde es nur nicht beizeiten gemerkt haben, sagte Thimbleman.
Er werde es nicht wahrhaben wollen, sagte der Ausguck.
Wem falle es leicht, sagte der Rotschopf, den kritischen Blick auf sich selbst zu richten.
LaBelle hätte gern eine Kleinigkeit gegessen.
Touste starrte unverwandt auf die Sterne.
Die Nacht in der Ojo de Liebre war mild.
Eldin legte einen Scheit Holz ins Feuer.
Zum siebten Mal seit 2011 lässt Martin Suter in Allmen und Herr Weynfeldt seinen kultivierten Kunstdetektiv Johann Friedrich von Allmen nach verschwundenen Werken suchen. Diesmal ist es ein umstrittener Picasso, der über Nacht aus dem Besitz des renommierten Kenners Adrian Weynfeldt verschwunden ist. Und ob das Bild mit dem schönen Titel Baigneuses au ballon 4 nun ein echter Picasso ist oder nicht – irgendjemand scheint zu glauben, damit das große Geschäft machen zu können. Von DIETMAR JACOBSEN
Das ZXY ist abends nicht anders drauf als die meisten Kinder: es hat keine Lust, die Zähne zu putzen und ins Bett zu gehen. Ein blitzendes Licht katapultiert aus dem häuslichen Badezimmer in ein unglaubliches Abenteuer, staunt ANDREA WANNER
Ein neuer Gedichtband von Andreas Altmann – und wer sich mit und vor allem in den Gedichten des in Berlin und in der Prignitz lebenden Autors auskennt, für den ist an dieser Stelle Vieles bereits gesagt, sind die Gedichte von Andreas Altmann im lyrischen Kanon doch längst zu einem Synonym für den gewissenhaften und jede Effekthascherei meidenden Umgang mit und die sorgsame Arbeit am Wort geworden, für einen eigenen Sprachkosmos, in dem er sich seit seinen ersten Bänden traumwandlerisch sicher bewegt; intensiv, souverän, freiwillig reduziert. Von STEFAN HEUER
»Ich wollte mit diesem Stimmen-Teppich ein Bild der Kleinstadt liefern, wo allein die Stimmen die Farben sind«, hatte Christoph Hein in einem Interview über seinen letzten Roman »Guldenberg« (2021) erklärt, in dem er sich mit den kleinen und großen Feindseligkeiten in einer mitteldeutschen Kleinstadt auseinandersetzt. Von PETER MOHR
Angesichts der ausufernden Verwandtschaft droht die 14jährige Martha en Überblick zu verlieren: drei Stiefväter, zwei Halbbrüder, jede Menge Großeltern und sonstige wohlmeinende Angehörige dominieren das Leben des Teenagers in Berlin. Schlimmer geht es nicht mehr. Oder doch? ANDREA WANNER staunt über die Patchworkfamilie.
Wir müssen dem Einhalt gebieten!, rief Sut. Empört euch!
Das fängt ja gut an, sagte Mahorner.
Ob das nicht eine Parole von gestern sei, wandte LaBelle ein.
Ich höre ihm gern zu, sagte Pirelli.
London lachte. Sind wir alle angeschlagen von unserer Ausfahrt heute Morgen?
Zem Sparak ist Grieche. Aber Griechenland existiert nicht mehr in der Welt von morgen, wie sie der französische Autor Laurent Gaudé in seinem aktuellen Roman Hund 51 vor unseren Augen erstehen lässt. Überhaupt scheinen Länder ausgedient zu haben. Die neue Welt gehört Superkonzernen. Und die haben ihre Einflussgebiete in Zonen eingeteilt. GoldTex heißt der Konzern, für den Zem als Hilfspolizist in Zone 3 der Megastadt Magnapolis arbeitet. Als er in dieser Funktion eines Tages vor einer furchtbar zugerichteten Männerleiche steht, weiß er gleich, dass die Aufklärung dieses Verbrechens nicht in seine Zuständigkeit fällt. Und beginnt trotzdem, zusammen mit Kommissarin Salia Malberg aus Zone 2, das Geheimnis um den Toten zu lüften – ein Vorhaben, das die beiden aufeinander zu und bis an die Grenzen ihrer Loyalität zu denjenigen führt, die in ihrer Welt das Sagen haben. Von DIETMAR JACOBSEN
Die 9jährige Ada ist mit einem Klumpfuß geboren. Sie hat das Pech, eine Mutter zu haben, die sie dafür hasst und ihr noch nie in ihrem Leben erlaubt hat, die schäbige Londoner Wohnung zu verlassen. Eine Geschichte, die unter die Haut geht, meint ANDREA WANNER
Geburtstage sind Höhepunkte im Jahr, lange herbeigesehnt und ausgiebig gefeiert, einfach herrlich. Klar, dass daraus der Wunsch nach mehr entsteht. Aber so einfach ist das mit den richtigen Wünschen nicht, weiß ANDREA WANNER
Was Annika gerade lese, fragte Farb.
Pearl S. Buck, sagte Tilman, sie lebte von 1892 bis 1973, doch wie komme Annika auf diese Autorin.
Sie sei mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet worden, 1938, sagte Farb, ihr Werk sei nicht unumstritten.
Ihr werde ein in Teilen triviales Niveau vorgehalten, erklärte Tilman.
Sie lese ›Drachensaat‹, sagte Annika, ›Dragon Seed‹, 1942, das Geschehen spiele während des chinesisch-japanischen Krieges, der im Juli 1937 durch einen Zwischenfall südöstlich von Beijing ausgelöst worden sei, sie lese Pearl S. Buck gern, sagte sie, und sei fest entschlossen, mehr von ihr zu lesen.
In seinem Leben spielten Frauen von Beginn an eine dominante Rolle, in dem nicht nur seine Mutter Phia, seine Ehefrau Clara und seine Tochter Ruth ihren Part einnahmen, sondern auch Frauen wie Franziska zu Reventlow, Lou Andreas Salomé und Paula Modersohn Becker Einfluss auf Leben und Dichten Rainer Maria Rilkes nehmen sollten, erfahren wir von seinem Biografen Gunnar Decker. Lou Andreas Salomé, ist es auch, die ihn später dazu bewegt, seinen Namen zu ändern, den er bei der Geburt erhielt. Am 4. Dezember 1875 wurde er als René Karl Wilhelm Johann Josef Maria Rilke in Prag geboren. Von DIETER KALTWASSER
Seit 2019 gibt es den ›Erzgebirgskrimi‹. Fortan erfreut sich die Kriminalfilmreihe des ZDF großer Beliebtheit. Regionstypisch spielen Bergbau, traditionelle Holzkunst mit Räuchermännchen, Pyramiden und Schwibbogen, damit verbunden die Weihnachtsmarkttradition sowie die einzigartige Landschaft eine Rolle. Für Fans, die mehr über die Drehorte etc. wissen wollen, gibt es sogar eine App . All dies ist Grund genug für ANNA NOAH, mit KAI SCHEVE, bekannt als »Hauptkommissar Robert Winkler«, über die Serie und seine Rolle zu sprechen.
Man kennt Heinrich Steinfest als Erfinder des einarmigen Detektivs Cheng und als mehrfach ausgezeichneten Krimi-Schriftsteller. Sein neuester Roman kokettiert zwar titelführend mit einem Sprung ins Leere, entpuppt sich bei der Lektüre jedoch als vor Ideen überquellende literarische Wundertüte, bis zum Rande hin gefüllt mit künstlerischen Gadgets und Überraschungsmomenten. Dabei schwelgt der Autor in cineastischen Fantasien und umfassenden Kenntnissen des Kunstmilieus – war er doch vor seiner eigenen Schriftstellerkarriere jahrelang als Maler tätig. Von INGEBORG JAISER
Der vierte Sommerby-Band lässt die Geschwister Martha, Mikkel und Mats den Frühling bei der Oma erleben. So schließt sich ein abenteuerliches Jahr, das ganz nah an der Natur erlebt werden kann, was ANDREA WANNER gut gefällt.
Eine Frau verhungert, und drei ihr nahestehende Personen schauen ihr dabei zu. Das ist der beklemmende Handlungsrahmen des Romans Wir sind das Licht aus der Feder der 37-jährigen niederländischen Schriftstellerin Gerda Blees. Bisher waren lediglich eine Sammlung von Kurzgeschichten und ein schmaler Lyrikband aus der Feder der in Haarlem lebenden Autorin erschienen. Von PETER MOHR
Ich erinnere mich noch, dass meine Großmutter oft sagte, sie habe mich lieb bis zu den Sternen, bis zum Mond, zum Himmel. Von einer ähnlichen Liebeserklärung, nur in die andere Richtung, erzählt dieses farbenintensive Buch. Von BARBARA WEGMANN
Wir beneiden sie nicht, die drei auf ihrer Terrasse in Sichtweite des Gohliser Schlößchens.
Nein, Gramner, wir beneiden sie nicht, keineswegs.
Am Ende der Welt, sie müssen sich fühlen, als erlebten sie das Ende der Welt.
Zurecht, Gramner, zurecht, ihre Welt geht dem Ende entgegen.
Es wird ebenso unsere Welt gewesen sein.
Die Vielfalt, mit der uns der Zen-Buddhismus gegenübertritt, ist verwirrend, er ist eine reichhaltige, den Europäern ursprünglich fremde Kultur, auch wenn wir historisch gelegentlich eine Nähe wahrnehmen, etwa in den Predigten von Meister Ekkehart oder bei Johannes vom Kreuz. Andererseits finden wir ihn aktuell weit verbreitet, seine Meister in den westlichen Industrienationen pflegen eine zahlreiche Anhängerschaft, Beat-Poeten wie Allen Ginsberg oder Jack Kerouac und Ikonen des Pop wie Leonard Cohen oder Kate Bush bekennen sich zu Zen, da ist hohe Zeit für einen ordnenden Überblick, wie ihn Michel Dijkstra vorlegt. Von WOLF SENFF
Im Zuge der Klimadebatte, angesichts der Folgen des Klimawandels rücken Bäume immer mehr in den Fokus, Zeit also, sie genauer unter die Lupe zu nehmen. Dieser opulente Bildband präsentiert weltweite Baumarten und ist eine bemerkenswerte Fundgrube an Informationen, findet BARBARA WEGMANN
Der junge Richard Elauved hat seine Eltern verloren. Bei Frank und Jenny Appleby in dem kleinen, ländlichen Ort Ballantyne findet er ein neues Zuhause. Doch von Anfang an ist er ein Außenseiter unter Seinesgleichen, gehört fraglos zur »Pariakaste« der Jugendlichen im Ort. Als von den wenigen Jungen, mit denen er Umgang hat, kurz nacheinander zwei spurlos verschwinden und Richard der Letzte ist, mit dem die Vermissten gesehen wurden, beginnen sich Polizei und FBI für ihn zu interessieren. Doch niemand glaubt an die absurden Geschichten, die er den untersuchenden Beamten rund um ein mysteriöses Haus mitten im Wald nahe der Stadt auftischt. Und so landet Richard schließlich in einer gefängnisähnlichen Besserungsanstalt. Von DIETMAR JACOBSEN
Wer kennt sie nicht, die Dunkelheit, die Gegenstände verändert, Umrisse zeichnet, die einem einen Schrecken einjagen, Unbelebtes zum Leben erweckt? Vielleicht ist man in fortgeschritteneren Jahren ja ein bisschen abgeklärter, aber mal ehrlich: Fällt man nicht immer wieder doch auf Schattenfiguren rein. ANDREA WANNER jedenfalls geht es so und daher hatte sie viel Vergnügen an diesem entlarvenden Bilderbuch.
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