TITEL-Textfeld | Peter Engel: Drei Gedichte
Meinen Tag lesen
Wie er jeden Morgen anders
hereinbricht mit oder ohne
Einfall für mich, dem eine Zeile
entspringt direkt aufs leere Blatt.
Wie er jeden Morgen anders
hereinbricht mit oder ohne
Einfall für mich, dem eine Zeile
entspringt direkt aufs leere Blatt.
Marc Peschkes Fotoobjekte aus der Serie ›The Cubes – Liquidacion Total‹, die seit dem Jahr 2012 entstehen (es sind sechseckige Diasecs) zeigen oftmals Orte des Transitorischen und der Transformation wie leere Schaufenster Plakatabrisse oder Relikte vergangener Architektur- und Designepochen. Bis zum 29. März sind sie in der LAUDA FabrikGalerie zu sehen.
Er gelangte mit seiner Sprache an die Grenze des Sagbaren. Seine ›Todesfuge‹, im Jahr 1947 erstmals veröffentlicht, wurde zu einem der berühmtesten deutschen Gedichte nach 1945 - auch durch die Verszeile »… der Tod ist ein Meister aus Deutschland«. Es wird gelesen, wiedergelesen und Interpretiert als eines der eindrücklichsten Versuche, das Grauen der Shoa mit lyrischen Mitteln zu fassen. Von DIETER KALTWASSER
Zoë Becks neuer Roman Memoria spielt wie schon ihre beiden letzten Bücher – Die Lieferantin (2017) und Paradise City (2020) – in naher Zukunft. Die Folgen des Klimawandels haben die Welt fest im Griff. Heiße Sommer mit zahlreichen Waldbränden und Wasserknappheit machen auch das Leben in Deutschland immer komplizierter. Für Harriet Laurent, deren einst verheißungsvolle Karriere als Konzertpianistin durch eine Handoperation ihr jähes Ende fand und die sich aktuell als Klavierstimmerin und Mitarbeiterin einer Sicherheitsfirma durch ihr prekäres Leben schlägt, verändert ein nicht fahrplangemäßer Halt auf der Zugreise von Frankfurt nach Gießen alles. Plötzlich muss sich die junge Frau fragen, ob es noch ihr Leben ist, an das sie sich zurückerinnert. Denn immer mehr Bruchstücke aus einer Vergangenheit, mit der sie nichts gemein zu haben scheint, tauchen zunächst in ihren Träumen, dann aber auch nach und nach in der sie umgebenden Realität auf. Von DIETMAR JACOBSEN
Was hat denn der Fischer für erstaunliche Dinge in seinem Netz? Da lohnt sich ein zweiter Blick. Und wer gut aufpasst, löst das Rätsel, ist sich ANDREA WANNER sicher
Alte Sagen und Märchen haben immer etwas Geheimnisvolles, etwas in den Bann Ziehendes. Der Verwechsling ist so eine Geschichte und spielt auf der dänischen Ostseeinsel Bornholm. Ganz lebendig spuken hier noch Elfen, Trolle, Zwerge oder Riesen. Schnell ist klar: Dieser Stimmung und Spannung kann man sich nur schwer entziehen. BARBARA WEGMANN ist eingetaucht in die magische Geschichte.
Aufgeplustert vom Morgenwind
der vertäute Sonnenschirm,
als vergessene Erinnerung
steht er auf der Terrasse
und ruft mit seinem verschossenen
Blau den Sommer wieder herauf.
Farb war nicht von dieser Welt, nein, die Welt glitt an ihm vorüber, Tag für Tag, ihr hohes Tempo ließ ihn kalt, ihr verführerischer Glanz und ihre laut grölende Musik hinterließen keinen Eindruck, er war damit zufrieden, an den Nachmittagen in aller Stille einen Tee zu trinken und zu plaudern.
Camping, Reisemobile, flexibles und unabhängiges Unterwegssein, das wird immer beliebter, die Begeisterung wuchs ganz klar während der Corona-Krise, bleibt aber ungebrochen und fasziniert jedes Alter. Aber den Van von der Stange kaufen? Das geht gar nicht, findet BARBARA WEGMANN
›Irre Wolken‹ ziehen über die westfälische Provinz und werfen ihre Schatten über prägende Ereignisse zwischen verbotener Liebe und wahnsinnigem Glück. Nicht nur die Gefühle spielen verrückt im Leben eines 19-jährigen Aushilfspflegers in der Psychiatrie. Markus Berges, Sänger und Songschreiber der Band Erdmöbel, erzählt in seinem dritten Roman eine Coming-of-Age-Geschichte aus unruhigen Zeiten. Von INGEBORG JAISER
Was das Leben im Haus Nummer sieben in der Risottostraße in erster Linie auszeichnet, ist eine tolle Gemeinschaft zwischen Alt und Jung, Jungs und Mädchen, ganz unterschiedlichen Menschen. Wer mag, kann sie durch das Jahr begleiten, schlägt ANDREA WANNER vor
Leon ist der 3. Leon in der Klasse. Der, von dem nie was kommt. Der, der sich immer in sein Schneckenhaus verkriecht und hinter der Turnhalle verschwindet. Zum Heulen, aber das weiß nur seine Therapeutin. 13 ¾ ist ein in jeder Hinsicht doofes Alter, aber da muss man durch. Von ANDREA WANNER
Das werde sich wie von selbst erledigen, sagte Tilman, kein Grund sich aufzuregen, eine monströse Blase sei im Begriff zu platzen, im günstigsten Fall halbwegs geräuschlos zu platzen, seht hin, und mir nichts, dir nichts sei die Luft heraus, so etwas gehe schnell heutzutage.
Meine Güte, sagte Farb und tat sich eine Pflaumenschnitte auf.
›Follower‹ nennen sie sich und ›Influencer‹, spottete Annika, und ob sie ›Follower‹ hätten, fragte sie Tilman und Farb, nein, woher denn, sie wisse das nicht, außerdem seien diese Zeiten längst wieder vorbei, fügte sie hinzu, der Wind habe gedreht, nur daß die es gar nicht gemerkt hätten, sie hielten fest an ihrer Spaßgesellschaft, ich will immer auf dich warten.
Farb lachte. Die Zeiten seien halt schnellebig, sagte er, die Trends würden gewechselt wie die Socken, sagte er, jeder Weg hat mal ein Ende, eben noch waren die Trends medial aufgeblasen und seien doch aus der Welt gefallen, ehe man sich’s versah, ein Wimpernschlag, seien rückstandsfrei zurück geblieben, verloren, als ob es sie nie gegeben hätte, und täglich werde eine neue Sau durchs Dorf getrieben.
Arne Dahl ist seit seiner Reihe um die sogenannte A-Gruppe (10 Bände zwischen 1999 und 2007 sowie ein weniger gelungener erzählerischer Appendix 2008) eine Instanz unter den Nordic-Noir-Autoren. Nach dem vierbändigen Versuch einer Wiederauferstehung des Ermittlerteams um Paul Hjelm und Kerstin Holm vor europäischem Hintergrund (OPCOP-Reihe, 2011 bis 2014) und der fünfbändigen, gelegentlich etwas zu konstruiert wirkenden Serie um die Privatdetektive Molly Blom und Sam Berger beginnt Dahl nun mit Stummer Schrei eine neue Reihe. In deren Mittelpunkt steht die Stockholmer Kriminalhauptkommissarin Eva Nyman. Und gleich der erste Fall für sie und ihr kleines auserlesenes Team besitzt nicht nur enorme Brisanz, sondern verspricht auch eine Menge für die Zukunft der Serie. Von DIETMAR JACOBSEN
Der Abend beginnt unspektakulär. Mama verzieht sich in Arbeitszimmer, Papa bringt Stella ins Bett. Das scheint durchaus eine eingespielte Routine zu sein. Aber an diesem Abend ist etwas anders. Von ANDREA WANNER
Die 15jährige Juli hat vor drei Jahren ihre Zwillingsschwester verloren und kommt nicht darüber hinweg. Und dann findet sie am Meer einen leblosen Jungen, der sein Gedächtnis verloren hat. Von ANDREA WANNER
Du mußt ganz vorn anfangen, sofern du die Dinge sortieren möchtest, verstehst du, im Anfang war das Wort.
Wo ist das Problem.
Die Leute haben ihre Bodenhaftung verloren, sie sind hysterisch, doch so möchte man sie haben, leichtgewichtig, daß man ihnen allerlei püriertes Durcheinander andrehen kann, sie haben eine langjährig gezüchtete Kundenmentalität, man kann sie locker für dumm verkaufen, aber ab und zu doch auch wieder nicht, der Widerstandsgeist ist zäh, sie lassen sich glücklicherweise nicht über einen Kamm scheren.
Verstehe das, wer will, Farb.
Sie können störrisch sein wie Esel, ohne mich, sich auf die Hinterbeine stellen.
Zwischen den Jahren geht es los – mit dem Auto an die slowenische Adria. Der Weg führt über die A3, die wir in Vilshofen an der Donau verlassen. Fernab des Silvestertrubels, unsere erste Zwischenstation: mitten im sympathischen, historischen Zentrum des kleinen Kurorts Bad Birnbach im Rottal in Niederbayern. Die heißen Quellen und die schönen Saunalandschaften locken. MARC PESCHKE genießt sie für vier Tage, doch bald geht es weiter, weiter Richtung Meer.
Vier Bewerber, alle sehr unterschiedlich in ihren Ansichten und Positionen, vollführen ihre Rolle auf der Bühne. Sven (Leonard Berscheid); Janet (Sabrina Gabriel); Nora (Isabel Jakob) und Chris (Malù Willem) kämpfen in der Endrunde eines Auswahlverfahrens um eine attraktive Managerposition. Dabei müssen sie einige Hindernisse überwinden und stoßen sowohl auf ihre Grenzen der Belastbarkeit als auch der Menschlichkeit an sich. Von JENNIFER WARZECHA
Erst spät kam der promovierte Jurist und Hochschullehrer Bernhard Schlink zur Schriftstellerei, die er gerne als sein »zweites Leben« bezeichnet. Martin Brehm, der Protagonist seines neuesten Romans, erfährt wiederum Das späte Leben in Form einer deutlich jüngeren Ehefrau und kleinen Sohns. Doch Krankheit und Hinfälligkeit verweisen unbarmherzig auf die Endlichkeit des Lebens. Liest sich dieses Buch der Abschiede wie das endgültige Alterswerk des Autors? Von INGEBORG JAISER
Die meisten wissen wahrscheinlich nicht viel über Japan. Sicher, dass man in dem ostasiatischen Land mit Stäbchen isst. Aber was fällt uns sonst ein über Land und Leute, die kulturellen, rituellen und religiösen Bräuche in Nippon? Zwei Einladungen in die Ferne. Von ANDREA WANNER
Der »Ariadnefaden« war ein Geschenk der Prinzessin Ariadne, Tochter des kretischen Königs Minos, an Theseus; Josef Guggennmos hat ein wunderbares Gedicht mit dem Titel ›Der Faden‹ gemacht, »Der lag da wie ein Strich. Der lag da und langweilte sich«, dem dann allerhand Amüsantes einfällt; ein roter Faden hält einen Text zusammen – und kann noch viel mehr, wie ein Bilderbuch verrät. Von ANDREA WANNER
Homo sapiens. Wer ließ sich das einfallen.
Ein Wissenschaftler, Annika.
Klar. Da kriegst du das heulende Elend.
Sie sind außerstande, sich wohnlich einzurichten, sie richten das Leben auf dem Planeten zugrunde. Eine Spezies, unfähig sich in die Natur zu integrieren, und nicht nur das, sondern wo immer sie sich aufhält, zerstört sie, sei es in der Anatomie während der Anfänge der Medizin, sei es die Spaltung des Atoms. Die Lunte ist gezündet, sie brennt, der große Knall ist absehbar.
Wo eitle und selbstsüchtige Diktatoren herrschen, die in ihrem Land alles bestimmen können, wird die Wahrheit unterdrückt, die Opposition zum Schweigen gebracht. Gegner landen in Gefängnissen und Bücher mit verdächtigem Inhalt werden gern mal verbrannt. Oder der Herrscher versucht, sie selbst in die Hand zu bekommen, so sie denn ein Geheimnis beinhalten, das ihm hilfreich sein könnte. Und um so ein Werk handelt es sich beim ›Buch der gestohlenen Träume‹. Von ANDREA WANNER
Viel weiß man über Vincent van Gogh, jedoch wenig über seine Schwestern. Mit Hilfe eines Briefwechsels der Geschwister van Gogh veranschaulicht Willem Jan-Verlinden in Vincents Schwestern ihre gemeinsame Geschichte. Von BETTINA GUTIÈRREZ
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