Kinderbuch | Robert Scheffner: Aua! / Gäähn
Das ist echte Freundschaft: Wenn es brennt, wird nicht lang gefackelt, sondern gehandelt. ANDREA WANNER hatte jedenfalls riesigen Spaß mit diesem herrlich ungleichen Paar für die Allerjüngsten.
Das ist echte Freundschaft: Wenn es brennt, wird nicht lang gefackelt, sondern gehandelt. ANDREA WANNER hatte jedenfalls riesigen Spaß mit diesem herrlich ungleichen Paar für die Allerjüngsten.
»Alle Geschichten sind grausam oder belanglos. Am Ende bleiben viel mehr ungelöste Geheimnisse als zu Beginn des Lebens, wenn fast alles noch im Dunkeln liegt«, heißt es im 21. Roman des 62-jährigen, in Berlin lebenden Schriftstellers Helmut Krausser. Von PETER MOHR
Manchmal taugt der beste Kumpel einfach nicht als Lebensberater. Blöd auf jeden Fall, wenn man selbst eine Gans ist und der Ratgeber ein Hamster. Dass diese Kombination geradewegs in die Katastrophe führt, weiß ANDREA WANNER.
Als Teil des Autorengespanns Hjorth/ Rosenfeldt hat Hans Rosenfeldt gemeinsam mit seinem Partner Michael Hjorth die erfolgreiche Romanreihe um den Profiler und Polizeipsychologen Sebastian Bergman entwickelt. Deren achter und bisher letzter Band, Die Schuld, die man trägt, erschien sowohl im schwedischen Original wie auch auf Deutsch im Jahr 2023. Anschließend widmeten sich die beiden Autoren zunächst einmal je eigenen Projekten. Dabei hatte Rosenfeldt mit Wolfssommer (2020) bereits während der gemeinsamen Arbeit mit Michael Hjorth den ersten Band eines neuen Romanprojekts publiziert. Er ließ ihn in der nordschwedischen Provinz rund um die schwedisch-finnische Grenzstadt Haparanda spielen und präsentierte mit der im Mittelpunkt stehenden Polizistin Hannah Wester eine komplexe Frauenfigur, die von privaten Problemen und einem 26 Jahre alten Trauma gequält wird. Mit Die Farm der Mädchen kehrt Rosenfeldt nun, sechs Jahre später, in die 7.000-Seelen-Gemeinde zurück und konfrontiert die ein Jahr nach dem Tod ihres Mannes in den Polizeidienst zurückgekehrte Hannah mit einem Fall, der bei ihr alte Wunden wieder aufreißt. Von DIETMAR JACOBSEN
Wer würde es Elefanten verwehren wollen, ihre Verwandten zu besuchen? So ein familiäres Treffen ist schließlich eine feine Sache. Der Knackpunkt ist hier jedoch das Verkehrsmittel. Selbst ein ordnungsgemäß bezahltes Busticket würde in diesem Fall für weit mehr Ärger sorgen, als allen Beteiligten lieb sein kann. Über diese mehr oder weniger passenden Arten der Fortbewegung von A nach B staunt ANDREA WANNER.
Rike fühlt sich fremd in der eigenen Familie. Während ihre sportliche Schwester Larissa perfekt ins Bild passt, bleibt Rike eine unsichtbare Außenseiterin. Als auch noch ihre beste Freundin Lena wegzieht, bricht Rikes Welt endgültig zusammen. Doch mitten in dieser tiefen Einsamkeit taucht Nico auf – und verändert alles. Von ANDREA WANNER
Gefühlvoll, leidenschaftlich und spannend bis zum Schluss: JENNIFER WARZECHA hat die ›West Side Story‹ bei den Ettlinger Schlossfestspielen gesehen.
»Ich erzähle nicht Orientalisch. Ich erzähle Rafik-Schamisch. Meinen Stil habe ich so aufgebaut. Ich konnte mit Prinzen und Prinzessinnen nichts anfangen, die dauernd in Ohnmacht fallen, wenn sie sich verlieben. Was soll das? Ich erzähle von Damaskus von heute, ich erzähle von Deutschland von heute in der Form der mündlichen Erzählkunst«, erklärte der Schriftsteller Suheil Fadel, der unter seinem Pseudonym Rafik Schami weltweit bekannt geworden ist – als begnadeter Erzähler, virtuoser Vortragskünstler, der den Kontakt zum Publikum liebt, aber auch als leidenschaftlicher Brückenbauer zwischen Orient und Abendland. »1982 ging ich das erste Mal auf Tournee. Bis Ende 2025 hielt ich 2820 Erzählabende. Auf meinen Tourneen reiste ich über 471 000 km. Ich umkreiste also erzählend elfmal die Erde«, so Schami, der am 13. Juli im Literaturhaus München zum letzten Mal auftritt. Von PETER MOHR
Mit Alles endet hier legt der US-amerikanische Autor Dave Zeltserman (Jahrgang 1959) einen Thriller vor, der sich von seinen anderen bisher auf Deutsch erschienenen Romanen vor allem darin unterscheidet, dass man es bei seinem Helden einmal nicht mit einem hartgesottenen Gangster zu tun bekommt. Stattdessen ist Dan Selby ein normaler Mittelstandsbürger, der als Softwareingenieur dabei ist, mit seiner Frau Rachel und einem alten Freund, Warren Costas, ein Start-up-Unternehmen aufzuziehen. Als Costas plötzlich aus dem Trio ausschert und beginnt, alles zu unternehmen, um den gemeinsamen Plan zu ruinieren und die Selbys in den Bankrott zu treiben, sieht Dan bald keine andere Möglichkeit mehr, als einen im Keller einer zwielichtigen Bar residierenden Russen zu bitten, ihm dabei zu helfen, den Ex-Freund loszuwerden. Doch jener Michail Gordijewski ist nicht der, für den er sich ausgibt. Und bald muss Dan Selby einsehen, dass es aus dem Kreislauf von Gewalt, in den er geraten ist, keinen Ausweg mehr gibt. Von DIETMAR JACOBSEN
Die Heimat zu verlassen, bedeutet für Kinder einen tiefgreifenden Verlust von Sicherheit, Identität und Vertrautheit. Es ist nicht nur ein Wohnortwechsel, sondern der abrupte Zusammenbruch ihres bisherigen Lebens: Soziales Umfeld, Freunde, Schule und der gewohnte Alltag verschwinden von einem Tag auf den anderen. Genau dieses Trauma erlebt Mirza. Von ANDREA WANNER
Ein paar Farbstifte und schon kann es losgehen: Wem fällt beim Titel dieses Bilderbuchs nicht ganz spontan Pippi Langstrumpfs berühmtes Credo ein: »Ich mach' mir die Welt, wie sie mir gefällt«? Selbstbestimmung, Optimismus und die Kraft der eigenen Fantasie sind darin sofort spürbar. Doch in diesem Buch geht es um etwas noch Grundsätzlicheres, findet ANDREA WANNER.
Die Dinge wiederholen sich, sagte Farb.
Immer, sagte Tilman, die Dinge wiederholen sich immer.
Das wundere nicht, sagte Wette.
Auf Dauer müsse das doch langweilen, sagte Farb, unbedingt, keine Frage, lachte, er habe sogar daran gedacht, sagte er, diese sonntäglichen Treffen aus seinen Terminen zu streichen.
Weil sie sich wiederholen, fragte Tilman.
Wie das ausgehen solle, fragte Annika besorgt, man dürfe die Dinge nicht treiben lassen.
Südlich von München, im vom katholischen Barock geprägten bayerischen Voralpenland, findet MARC PESCHKE einzigartige landschaftliche Paradiese: Die Seen, die Berge, es gibt kaum eine großartigere Landschaft in Deutschland. Wir kennen die Gegend gut, doch am Kochelsee waren wir schon lange nicht mehr. Also, auf nach Oberbayern, in den Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen. Das Örtchen Kochel am See (www.kochel.de) hat kaum mehr als 4000 Einwohner, ist staatlich anerkannter Luftkurort und schmiegt sich auf das Schönste an den kleinen See und die Berge. Nach Norden hin liegt Kochel am See schon im flachen Voralpenland, begrenzt von den Loisach-Kochelsee-Mooren.
Wenn Sie in Bern – ob als Touristin oder Einheimischer – ans Bundeshaus hochblicken, wandern Ihre Gedanken vermutlich entweder zur Politik oder Sie bestaunen die Architektur des Hauses. Dass hoch oben, direkt unterhalb der Kuppel, jedes Jahr Turmfalken brüten, ist wohl nur wenigen bekannt. MARTIN GEISER über das Buch Wildtiere am Haus
Andrea Villanis’ creative journey began in experimental theatre at the age of thirteen, where she developed a fascination with people, expression, and the stories carried by the human body. A background in modern philology deepened her interest in language and its power to shape how we understand ourselves and the world around us.
Today, her work explores the connection between calligraphy and street art. Visitors to the Urban Nation Museum can experience one of those unique dialogues firsthand through her art, which transforms letters and words into powerful and compelling visual narratives. That alone would have made her an intriguing interview partner, but her unusual path from theatre and philology to internationally exhibited urban art gave ANNA NOAH far more than one reason to sit down and talk with her.
Through his channel ›Radically Misinformed‹, James Bentley combines game criticism, cultural analysis, and philosophical reflection in a distinctive video essay format. In conversation with RUDOLF THOMAS INDERST, he discusses the creative freedoms and constraints of YouTube, the evolving landscape of online criticism, and the unique power of video games to foster deeply personal experiences while illuminating broader cultural, political, and social questions.
Die Diagnose ist erschreckend: Die Jugend von heute versinkt in einer Epidemie des Unglücks. Die vermeintliche Rettung verspricht ein eigens entwickeltes Programm namens »Happy Head«. Unter dem dogmatischen Motto »Verantwortung. Wachstum. Dankbarkeit.« werden einhundert Jugendliche zu einem dreizehntägigen Bootcamp eingeladen. Einer von ihnen ist der siebzehnjährige Sebastian Seaton. Auf ihn warten weit mehr düstere Überraschungen, als ihm lieb sein können. Von ANDREA WANNER
»Ich will mit dir zusammen sein, nicht von dir profitieren«, bekennt der männliche Protagonist Victor über seine nicht unkomplizierte Beziehung zur Schauspielerin Dora. Diese beiden Figuren stehen im Mittelpunkt des fünften Romans von Andreas Schäfer. Der 56-jährige Schriftsteller, der nach dem Abitur Germanistik und Religionswissenschaften in Frankfurt, Kassel und Berlin studierte, hatte zuletzt den Roman Die Schuhe meines Vaters (2022) vorgelegt, in dessen Mittelpunkt eine ambivalente Vaterfigur stand. Von PETER MOHR
Neugierig, stolz und voller Tatendrang? Oder doch eher stoisch, ausdauernd und tiefenentspannt? Zwei hinreißende Kinderbücher widmen sich dem Abenteuer Haustier und beweisen, dass die besten Geschichten immer noch das echte Leben schreibt. Von ANDREA WANNER
Mit seinem neuen Gedichtband legt Stefan Heuer ein Buch von existenzieller Wucht vor, ein Langgedicht über Freundschaft, Krankheit und Vergänglichkeit, ein Versuch, dem Sterben sprachlich etwas entgegenzusetzen. Der Band enthält Collagen des Autors, die in Schwarzweiß gehalten sind. Mit diesem Gedicht verlässt der Autor sein bekanntes Format, Texte aus vier jeweils dreizeiligen Strophen zu schreiben. Es liest sich wie eine Montage aus Erinnerungsfetzen und der harten Realität des Sterbens, die hier in sehr eindrucksvollen poetischen Bildern geschildert wird. Den vorliegenden Band bezeichnet Stefan Heuer als sein persönlichstes Buch. Ausgangspunkt ist die reale Begegnung mit einem Schul- und Jugendfreund, den Heuer 2019 nach langer Zeit zufällig wiedersieht. Der Jugendfreund hat gerade eine Krebs-Diagnose erhalten. Sein Arzt prognostiziert ihm eine verbleibende Lebenszeit von drei Monaten. Tatsächlich stirbt er zwei Monate nach dem Treffen. Aus dieser Begebenheit hat Heuer einen poetischen Raum entwickelt, in dem sich biografische Erinnerungsfetzen und existenzielle Grundfragen überlagern. Von HARTWIG MAURITZ
Wie lange das schon anhalte.
Jetzt?
Sicher jetzt.
Nein, Farb, er zähle nicht nach, sagte Wette, aber sie würden einander stets sonntags besuchen, und das seit einigen Jahren.
Martin Oesch, geboren 1992 in Thun, ist Metzger und Comiczeichner. Er ist Mitbegründer der in Bern ansässigen Bio-Metzgerei La Boulette. Für sein Comicdebüt „Fleischeslust“ erhielt er 2023 das Comic-Stipendium der Deutschschweizer Städte. 2025 war er für den Comicbuchpreis der Berthold Leibinger Stiftung nominiert. Im selben Jahr erschien es bei Edition Moderne. Auf dem Comic Salon erhielt er nun den Max-und-Moritz-Preis für das beste deutschsprachige Comic-Debüt. Am Tag vor der Verleihung traf ihn CHRISTIAN NEUBERT für dieses gezeichnete Interview.
Wie schwer ist für einen Comiczeichner oder -autor der Schritt zur Veröffentlichung seines Werks? Dieses Thema zog sich durch etliche Diskussionsrunden beim diesjährigen ›Internationalen Comic Salon‹ in Erlangen. Obwohl das Ansehen der Comics im deutschsprachigen Raum, nicht zuletzt durch die Wirkung der Salons, seit den 1980er-Jahren gestiegen ist, dürfte der Weg zum Künstler, der von seinem Schaffen leben kann, für die Allermeisten noch immer weit sein, wie sich unschwer heraushören ließ. Überraschend war dagegen die Erkenntnis, dass es Comiczeichnern da nicht viel anders ergeht als Literaten, Musikern sowie bildenden oder darstellenden Künstlern. ANDREAS ALT hat den Meinungs- und Erfahrungsaustausch auf dem Salon mitverfolgt.
Ein neuer Trend auf dem ›Internationalen Comic Salon‹ in Erlangen? Bei der Veranstaltung »Comic-Tagebuch« saßen Jennifer Daniel, Janne Marie Dauer und Mawil auf dem Podium. Im Publikum waren etwa zehn Besucher/innen auszumachen, die während des Gesprächs in aufgeschlagene Kladden zeichneten, malten oder etwas einklebten. Wenn es eine neue Bewegung des grafischen Tagebuchführens gibt, blieb jedenfalls unklar, wo sie ihren Anfang genommen hat. In der heutigen Zeit wird ein Tagebuch nicht mehr geheim gehalten, sondern in der Regel im Internet gezeigt. Die Macher überlegen lediglich, ob sie bestimmte, vielleicht zu persönliche Blätter der Öffentlichkeit vorenthalten. »Sind das dann wirklich Tagebücher?«, hat sich ANDREAS ALT gefragt.
Roman Turowski, geboren 1967, veröffentlichte seine meist im Horror angesiedelten Comics schon Anfang der 1990er in diversen Magazinen. 1995 brachte er erste Seiten bei Weissblech Comics unter. Seitdem prägt er die Geschicke des Verlag entscheidend mit, sei es als Inker von Levin Kurios Vorzeichnungen oder durch eigene Arbeiten – ein Blick in die Heftreihen Horrorschocker, Bella Star, Captain Berlin oder Kala – Die Urweltamazone genügt. Er lebt glücklich und zufrieden in einer Berliner Rentnerkolonie. Für den Comic Salon 2026 hat er sie verlassen. CHRISTIAN NEUBERT hat ihn dort getroffen.
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