Kinderbuch | Frances Ives: Da oben der Mond
Emil, ein kleiner Junge, lebt mit seiner Mutter im Wald, mitten in der Natur. Als es Winter wird und sie in die Stadt gehen, ist dort für ihn alles neu und fremd. Kein gutes Gefühl, versteht ANDREA WANNER
Emil, ein kleiner Junge, lebt mit seiner Mutter im Wald, mitten in der Natur. Als es Winter wird und sie in die Stadt gehen, ist dort für ihn alles neu und fremd. Kein gutes Gefühl, versteht ANDREA WANNER
Der Karttinger werde es recht sein, sagte Wollmann.
Nichts, sagte Nahstoll und winkte ab, kein Problem.
Farb hatte am Vormittag ein Blech Pflaumenkuchen gebacken und tat sich eine Schnitte auf.
Das Haus in der Vendée sei ihre Zuflucht, sagte Setzweyn, ihr Rückzugsort, und es sei absolut verständlich, daß sie peinlich genau achtgebe, wen sie als Besucher einlade.
Sie meide schon das geringste Licht von Öffentlichkeit, sagte Wollmann.
Schwierig, widersprach Nahstoll, ihr Verhalten sei aller Ehren wert.
Die Tage werden kürzer, da steht man gern auch mal wieder am Herd, ja, der Grünkohl macht in diesen Wochen von sich Reden, aber auf dem Speisezettel tauchen, je kälter es draußen wird, immer öfter auch Wildgerichte auf. Und davon bietet dieses Buch eine ganze Menge – findet BARBARA WEGMANN
Ein gesundheitlicher Einschnitt zwingt zum Innehalten und Bilanzziehen. Auch Munk, der Protagonist aus Jan Weilers neuestem Roman, lässt sein Leben noch einmal Revue passieren, entlang seinen Liebschaften der letzten Jahrzehnte. Beginnend vom Partykeller- bis zum Social-Media-Zeitalter. Eine anregende Lektüre nicht nur für Patienten mit Broken-Heart-Syndrom. Von INGEBORG JAISER
Lesen lernen ist ein langwieriger Prozess. Von der Fähigkeit, aus Buchstaben Wörter zu bilden bis zum Spaß am Lesen ist es ein weiter Weg. Eine Erfahrung, die nicht nur ein kleines Mädchen macht, weiß ANDREA WANNER.
Eric hat seinen besten Freund verloren. Mit Daniel hat er so viel gemeinsam erlebt. Und nicht nur das: Eric war unsterblich in ihn verliebt. Jetzt ist Daniel tot und Eric hält es kaum aus. Er flüchtet sich in Illusionen und Träume, die er schon bald für die Realität hält. Von ANDREA WANNER
Ob es Feigheit sei, fragte sich Thimbleman.
Eldin legte einen Scheit Holz nach, die Flammen schlugen hoch.
Der Ausguck tauchte aus der Dunkelheit auf und setzte sich neben Thimbleman.
Crockeye wandte sich entnervt ab. Was hatte der Ausguck immer mit seinem Salto.
Die späte Moderne sieht bedrohliche Zeiten auf sich zu kommen, sagte LaBelle, wer hätte da keine Angst.
Der Panikmodus greift um sich, sagte Rostock.
Nicht unser Problem, sagte Bildoon, unser Thema ist die Verwahrlosung der Stadt San Francisco, die Gesetzlosigkeit, die Flut der Goldgräber.
»Ich wähle gern Themen, die unter unser aller Augen sind, aber von der Politik, den Medien verzerrt oder gar nicht angefasst werden«, hatte der italienische Schriftsteller Marco Balzano in einem Interview mit der in Wien erscheinenden Tageszeitung »Die Presse« erklärt. In seinem Roman Ich bleibe hier (2018), dessen Handlung im Vinschgau (Südtirol) angesiedelt ist, hatte er sich mit einem dunklen Kapitel italienisch-deutsch-österreichischer Geschichte auseinandergesetzt. Sein letzter Roman Wenn ich wiederkomme kreiste um das Thema illegale Arbeitsmigration. Von PETER MOHR
Nett sein? Funktioniert meistens, um mit anderen auszukommen. Aber eben nicht immer. Die erfolgreiche chilenisch-US-amerikanische Schriftstellerin Isabel Allende Llona erzählt in ihrem ersten Kinderbuch, dass man manchmal auch eine andere Seite von sich zeigen muss. Von ANDREA WANNER
Lyrik gehört nicht unbedingt zu der Sorte Literatur, die besonders viel gelesen wird. Schade, findet ANDREA WANNER und legt allen Teenagern und Junggebliebenen den Gedichtband ›Was keiner kapiert‹ ans Herz.
»Vielleicht ein Versuch, die Zeit aufzuhalten und geräumtes Gelände zurückzugewinnen. Weit kommst du nicht mehr, aber fang nicht damit an, deine Schritte zu zählen; allein dein Schatten, falls Sonne vorhanden, begleitet dich«, hieß es im Band ›Die Rückkehr der Gewohnheiten‹ (2022) aus der Feder des viele Jahrzehnte unterschätzten Schriftstellers Jürgen Becker. Als »eine maßgebliche Stimme der zeitgenössischen Poesie« wurde Becker 2014 völlig zu Recht bezeichnet, als ihm der Georg-Büchner-Preis, die wichtigste literarische Auszeichnung Deutschlands, verliehen wurde. Von PETER MOHR
Zustände, sagte Crockeye, unbeschreiblich.
Die Moderne, fragte London.
Die sogenannte Moderne breche an, sagte Crockeye: der Windjammer werde vom Dampfschiff abgelöst, das Dampfroß verbinde die Ost- mit der Westküste, auch der Walfang werde schrittweise industrialisiert, der Goldrausch locke den Mammon nach Frisco, das Maschinenwesen trete unverhüllt auf.
Das »größte europäische Festival für nordische und baltische Filme« startete in diesem Jahr mit der Deutschlandpremiere des Animationsabenteuers Flow (Straume), inszeniert vom lettischen Regisseur Gints Zilbalodis, der seinen Film selbst in Lübeck präsentierte. JOHANNES BROERMANN war dabei.
Das MMORPG ›World of Warcraft‹ feiert sein 20-jähriges Jubiläum. Pünktlich zum runden Geburtstag erschien 2024 auch die nun zehnte Erweiterung ›The War Within‹. CHRISTIAN KANDLIN erklärt, wie Entwickler Blizzard das Spiel für ein größeres Publikum zugänglich macht – und dabei mit alten Gewohnheiten bricht.
Mit Signum setzt der schwedische Bestsellerautor John Ajvide Lindqvist nach Refugium seine Mittsommer-Trilogie fort. Wieder stehen die Schriftstellerin und Ex-Polizistin Julia Malmros und der 20 Jahre jüngere Hacker Kim Ribbing im Mittelpunkt. Letzterer hatte am Ende von Band 1 den »Schockdoktor« Martin Rudbeck in seine Gewalt gebracht. Denn er war eines jener jugendlichen Opfer, denen Rudbeck mit rabiaten, an Sadismus grenzenden Methoden ihre Psychosen auszutreiben versuchte. Nun findet sich der Mann im Keller von Ribbings Haus genauso angekettet wieder, wie er einst die ihm anvertrauten jungen Menschen in seiner Klinik in Fesseln gelegt hatte, um sie mit Elektroschocks zu quälen. Aber worauf soll Kims Racheaktion eigentlich hinauslaufen? Derweil recherchiert Julia im Umkreis der rechtsradikalen »Wahren Schweden« und bringt sich und ihre Freunde erneut in große Gefahr. Von DIETMAR JACOBSEN
Kinder lieben es, wenn ältere Menschen aus ihrer Kindheit erzählen. Wie gut erinnert man sich später an die Geschichten, die Großmütter oder Onkels einem erzählt haben. Der Klett Kinderbuchverlag greift diese Idee auf und startet die Reihe ›Wir Kinder von früher‹. Toll, findet ANDREA WANNER
Das ist eine richtige Fabel, das heißt, es ist eine Geschichte von Tieren, die aber menschliches Verhalten widerspiegelt. Auf der Suche nach einem wirklichen Freund geht man oft verschlungene Wege, dabei könnte alles so einfach sein. Aber das muss der große, mächtige Löwe in diesem schönen Bilderbuch auch erst lernen. Von BARBARA WEGMANN
Du glaubst es, oder du glaubst es nicht, sagte Tilman, ein mehrwöchiger Aufenthalt am Salzmeer, sagte er, sei strapaziös, die Temperaturen kletterten im Juni und Juli auf fünfzig Grad, niemand hielte das lange aus, und dennoch, man buche das Salzmeer der Gesundheit wegen, vor allem die erkrankte Haut erhole sich, die Hauptsaison beginne im Herbst und wieder im Frühjahr.
Über Weihnachten?
Ab November stehe die Sonne niedrig über den Hängen und komme selten hinter den Wolken hervor, die Luft sei diesig. Der Schachspieler habe vor Weihnachten einige Wochen im Tsell Harim gebucht, er sei einer der wenigen Gäste gewesen und habe die Stille genossen, sagt er, doch anstrengend sei es gewesen, ohne Frage, täglich im Lager am Salzmeer, er habe jeden Morgen mit den Spatzen Gespräche geführt, das Salzmeer sei ihr Winterquartier, und ihnen vom Frühstück ein Brötchen mitgebracht, sie hätten schon auf ihn gewartet.
Ach, das wäre schön, sie gehen zu einem Arzt, schildern vielleicht ihre Müdigkeit und ihre Erschöpfung und er verschreibt Ihnen eine Reise. Nun ja, wenn es das auch noch nicht auf Rezept gibt, so gibt es das aber nun als Buch zur Selbstdiagnose sozusagen, findet BARBARA WEGMANN
Im Gespräch mit RUDOLF THOMAS INDERST gibt der Game-Studies-Forscher Addrich Mauch Einblicke in sein interdisziplinäres Forschungsprojekt zur Schweizer Spielkultur. Er erklärt, wie Sound und Musik virtuelle Welten formen und was die Zukunft der Digitalspielforschung bereithält. Von persönlichen Spielerfahrungen bis zu gesellschaftlichen Einflüssen – digitale Spiele sind mehr als bloße Unterhaltung.
Für die einen sind sie Zeitplaner und Taktgeber, für die anderen farbenprächtiger Wandschmuck oder tägliche Quelle der Inspiration und der (Wieder-)Entdeckungen: Literaturkalender. Wenn die Tage kürzer werden und die Temperaturen sinken, wärmt ein poetischer Ausblick Geist und Herz. Nicht nur INGEBORG JAISER freut sich auf das kommende Jahr.
Erinnerungen sind etwas unglaublich Kostbares. Das mentale Wiedererleben früherer Erlebnisse und Erfahrungen macht das Leben reicher und das Erinnern an schöne Dinge begleitet die Menschen oft ein Leben lang. Wer würde darauf verzichten wollen, fragt sich ANDREA WANNER.
»Mein Glück besteht darin, dass ich immer schreiben wollte, spät damit angefangen habe, jetzt aber seit über Jahren schreibe – ich auch weiter schreiben kann, was ja immer eine ökonomische Frage ist«, bekannte Erfolgsautor Michael Kumpfmüller in einem Interview. Die Erfolgsgeschichte des inzwischen 63-jährigen Autors begann im Jahr 2000 mit seinem von der FAZ damals vorab gedruckten Romanerstling Hampels Fluchten. Mit Nachfolgewerken wie den verfilmten und in 27 Sprachen übersetzten Roman Die Herrlichkeit des Lebens (2011), Die Erziehung des Mannes (2016) und Tage mit Ora (2018) feierte er respektable Erfolge. Von PETER MOHR
Was macht man mit Eltern, die handysüchtig sind? Als Tochter schaut man sich das ein Weilchen an, merkt, wie das wahre Leben ohne die Eltern stattfindet – und ergreift dann passende Maßnahmen. ANDREA WANNER staunte amüsiert.
Ob sie nicht längst auf verlorenem Posten stünden, fragte Wette.
Wie er das meine, fragte Farb.
Sie hätten den Anschluß verpaßt, sagte Wette.
Er verstehe nicht, sagte Farb.
Die Dinge liefen an ihnen vorbei, sagte Wette.
Welche Dinge, fragte Farb und tat sich eine Pflaumenschnitte auf.
Tilman reichte ihm einen Löffel Schlagsahne.
Farb strich die Sahne langsam und sorgfältig glatt.
Annika legte ihr Reisemagazin beiseite.
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