Lyrik | Peter Engel: Gedichte III
Moment in Kius, schleiwärts
Zusehn beim Sammeln des Honigs
und wie sich die Schatten verschieben,
ganz langsam wandert die schnelle
Zeit über die Wiese hin,
die Gräser einzeln ausgeleuchtet.
Zusehn beim Sammeln des Honigs
und wie sich die Schatten verschieben,
ganz langsam wandert die schnelle
Zeit über die Wiese hin,
die Gräser einzeln ausgeleuchtet.
Flaschenpost, Kevin Costner, Nicholas Sparks, na klingelt's, da fällt einem doch schnell der ans Herz gehende Film ein ›Message in a bottle – Der Beginn einer großen Liebe‹. Nicht nur daran erinnert man sich aber bei diesem wunderbaren und spannenden Buch über die »Flaschenpost« – findet BARBARA WEGMANN
»Ich las in jungen Jahren Jung und Freud und rutschte dann in eine Selbstanalyse hinein. Das dauerte etwa vier, fünf Jahre, von denen anderthalb aus nichts anderem bestanden als aus dieser Arbeit und dem Erdulden ihrer Ergebnisse. Das war am Rande des Wahnsinns«, hatte der ungarische Schriftsteller Péter Nádas in einem Interview mit dem Digitalmagazin ›Republik‹ aus der Schweiz erklärt. Von PETER MOHR
Es gibt Titel, die einen sofort ansprechen und die Fantasie im Kopf ankurbeln. Eine Spinne, die Klavier spielt. Hört man da nicht sofort leise, sanfte, hohe Töne, die nach Spinnenarmen und – beinen klingen, die über die weißen und schwarzen Tasten huschen? ANDREA WANNER freute sich auf das Bilderbuch.
Ein Junge soll auf einen frechen kleinen Hund aufpassen. Das gelingt ihm nur mäßig und endet unerwartet. Endlich gibt es Chris van Allsburgs Klassiker aus dem Jahr 1979 in einer deutschen Ausgabe, freut sich ANDREA WANNER.
Alles kreist in dieser Familie um das Körpergewicht der Mutter. Davon werden Ansehen, soziale Akzeptanz und beruflicher Aufstieg abhängig gemacht – vor allem der des Vaters. Selbst die Tochter steht fassungslos vor dem Schlachtfeld dieser Ehe. Daniela Dröschers Roman Lügen über meine Mutter liest sich wie die späte Rehabilitation einer Frau, die um Selbstfindung und Selbstbewusstsein ringt. Von INGEBORG JAISER
Wir müssen noch viel lernen, damit wir die Dinge verstehen können, Tilman.
Nein, sie liegen nicht einfach. Bereits der Übergang zur Dampfschiffahrt, so heiße es zurecht, sei ein verhängnisvoller Schritt gewesen, das sähen die Männer auf dem Walfänger genauso, man habe lange nichts von ihnen gehört.
Das Maschinenwesen greife nach der Macht?
Ob sich das so beschreiben lasse, Anne? Maschinenwesen? Vielleicht, daß es vor aller Augen als eine Abfolge technologischer Revolutionen stattfinde und dem Menschen jedesmal mit einer kurzfristigen Erleichterung des Alltags den Schneid abkaufe.
Mit der Hand schließe ich mich kurz
beim Schreiben, lasse den Wortstrom
fließen durch mich hindurch,
damit er mich genau ausdrückt,
meine verschiedenen Stimmungen
zwischen heiter und bedeckt,
wie sie der Himmel mir vormacht.
Schon das Titelbild des gewichtigen Buches erhöht augenblicklich Aufmerksamkeit und Interesse: alte Wrackteile und ein Taucher, der mit Scheinwerfer offenbar auf geheimnisvoller Spurensuche ist. ›Geisterschiffe‹, ein gelungener Titel, der allein schon so spannend ist, dass er die weitere Lektüre des Bildbandes unumgänglich macht – findet BARBARA WEGMANN
»Mehr Schein als Sein« – dieses geflügelte Wort ist dem ein oder anderen sicherlich bekannt. Auch auf das Wesen eines Hochstaplers trifft das zu, versucht er doch auf charmante Art und Weise anderen falsche Tatsachen vorzuspielen und sie zu manipulieren. ›Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull‹ von Thomas Mann ist ein Beispiel dafür, wie der weitverbreitete Narzissmus in unserer Gesellschaft Menschen zu teils lächerlichen Marionetten werden lässt, die durch Manipulation gesteuert werden und sich am Ende ihre eigenen Lügen selbst nicht mehr glauben. Von JENNIFER WARZECHA
Was ist da nur los? Eine Frau mit einer Leine in der Hand, ein zufriedenes »Ahhh!« in der Sprechblase. ANDREA WANNER war gespannt, was das Pappbilderbuch für die Jüngsten an Überraschungen bereithält.
Malcolm Kershaw ist der Mitinhaber einer kleinen, auf Krimis spezialisierten Buchhandlung in Boston. Er gilt als Spezialist für raffinierte Morde und deshalb ist es kein Wunder, dass sich das FBI bei ihm meldet und um Rat fragt, als einer belesenen Mitarbeiterin auffällt, dass ein paar Gewaltverbrechen in letzter Zeit berühmte Kriminalromane von Agatha Christie bis Donna Tartt zu kopieren scheinen. Natürlich hilft Kershaw gern, zumal FBI-Agentin Glen Mulvey alles andere als unattraktiv ist. Der Mann, dessen Frau vor fünf Jahren bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam, weiß allerdings so viel über perfekte Morde, dass er bald selbst zu den Verdächtigen gezählt wird. Von DIETMAR JACOBSEN
Versprechen muss man halten. Vor allem Kindern gegenüber, denn nur so kann Vertrauen entstehen. Aber manchmal ist das schwierig oder sogar unmöglich. ANDREA WANNER hat die Geschichte über die Coronazeit gelesen.
Die Worte wechseln, doch real ändere sich null, ob nun Trübsinn, ob Weltschmerz, ob Melancholie. br>
Seit mehreren Jahrzehnten behaupte sich Depression, gelegentlich auch burn out, doch burn out, so werde erklärt, sei graduell anders gewichtet, und letztlich wisse niemand Bescheid, unter welchem Namen auch immer. br>
Auf den einzelnen Fall komme es an, laute eine Standardfloskel, die Beziehung zwischen Arzt und Patient müsse stimmen, manch einer suche jahrelang nach einem passenden Psychiater und Therapeuten, und eine einheitliche Symptomreihe, die lediglich abzuhaken wäre, die gäbe es nicht. br>
Der Zickzack meiner Tätigkeiten, br>
die Schübe meines Tuns, Ausschläge br>
von Aktivität, von Wirksamkeit: br>
Das alles auf den Prüfstand br>
und mit fragenden Blicken, br>
Zurücknahmen und Beschränkungen. br>
Es gibt literarische Figuren, die bekannter sind als ihre Schöpfer. Das gilt für Georges Simenons Kommissar Maigret, für Agatha Christies Miss Marple und ganz sicher auch für Donna Leons Romanprotagonisten Guido Brunetti. Im Frühjahr ist der 31. Roman mit dem eigenbrötlerischen Kriminalkommissar aus Venedig seit 1992 erschienen, und viele von ihnen standen (auch dank der Verfilmungen) lange auf den Bestsellerlisten. Pünktlich zum Geburtstag hat der Diogenes Verlag den Band ›Ein Leben in Geschichten‹ vorgelegt. Von PETER MOHR
Wer die Raupe Nimmersatt kennt, wird auch Freude an diesem kleinen Kinderbuch im Pappband haben: Hier ist es nicht die Raupe, die sich durch alle Seiten frisst, hier ist es der Mond, der sich durch alle Seiten zieht, ausgestanzt, mal groß, mal klein. Von BARBARA WEGMANN
Eigentlich ist die in Kanada lebende Dena Seiferling »nur« Illustratorin, dieses Kinderbuch ist sozusagen ihr erster Auftritt als Autorin und Illustratorin. BARBARA WEGMANN hat sich das Buch angeschaut.
In seinem neuen Roman ›Treue‹ begibt sich der argentinische Schriftsteller Hernan Diaz auf die Spuren der Wahrheit und der amerikanischen Finanzmärkte des 20. Jahrhunderts. Von BETTINA GUTIÈRREZ
Sie habe es einmal ausprobiert, ja, sagte Anne, ein einziges Mal, und es habe sich nicht gut angefühlt, sie sei bereits im Vorwege skeptisch gewesen, ein Bauchgefühl, gewiß, aber im Endeffekt sei die Innovation nicht zeitsparend. br>
E-Books ließen sich heute auf ganz unterschiedlichen Endgeräten aufrufen, sagte sie, doch nach wie vor würden E-Book-Reader angeboten, sie habe das selbst erst lernen müssen, es herrsche ein immenses Durcheinander, und es werde immer wieder Neues entwickelt, der Fortschritt nehme einfach kein Ende. br>
Manches sei verwirrend, sagte Farb, und manches andere erweise sich als Sackgasse.
Es ist ein schmales, hochformatiges Buch, in das ein ganzer Baum hineinpasst, ein großer Baum. Dazu die Geschichte von Eddie, der mit seinen Eltern umziehen soll und das eigentlich nicht so toll findet. Irgendwohin ans Meer, weit weg. BARBARA WEGMANN hat sich den wundersamen Umzug angesehen.
»Bosmans hatte sich erinnert, dass ein Wort, Chevreuse, in der Unterhaltung immer wieder kehrte.« Mit diesem Satz eröffnet Literatur-Nobelpreisträger Patrick Modiano seinen neuen schmalen Roman. Jean Bosmans ist ein Alter Ego des 77-jährigen französischen Autors. Ein Schriftsteller, der die siebzig überschritten hat und sich an seine Kindheit am südlichen Stadtrand von Paris erinnert – im idyllisch gezeichneten und etwas aus der Zeit gefallenen Chevreuse-Tal. Von PETER MOHR
Da haben zwei ganz offensichtlich viel, viel Freude an einem Buch mit seinem fischigen Thema gehabt: die Autorin, die in Nord-Virginia lebt, und die Illustratorin in London. Kein Wunder, dass das Bilderbuch bei derart gelungener Zusammenarbeit zu einem Tipp der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur im September 2022 avancierte. BARBARA WEGMANN hat es sich angeschaut.
Was sie so aufmerksam lese, fragte Farb, sie schenke sich gelegentlich Tee ein und lasse sich kaum unterbrechen. br>
Anne lächelte und blickte auf. br>
Ob sie unhöflich sei, fragte sie. br>
Keineswegs, sagte Farb, und er hoffe, nicht aufdringlich zu sein. br>
Auch Farb konnte höflich sein. Tilman schmunzelte. br>
Sie lese gern einmal eine Erzählung aus Schehezerades Tausendundeine Nacht, sagte sie und wies auf ein zweites Buch neben dem Stövchen. br>
Denis Scheck ist bekannt für seine Top-oder-Flop Methode: Der resolute Literaturkritiker haut ungeliebte Werke schon mal in die Tonne oder lässt sie in Flammen aufgehen. Auch als Gourmet und leidenschaftlicher Koch ist er ein Freund der klaren Worte. Sein eben erschienener ›Kulinarischer Kompass‹ räumt auf mit Küchenmythen, zweifelhaften Geheimtipps und vermeintlichen Aversionen gegenüber Lauch. INGEBORG JAISER ist auf den Geschmack gekommen.
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